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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1917-01-01
Page
Seite 238 (sequence 3)
Language
German
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238 Besprechungen. Mann schlechthin, sendern den »auserwählten« bezeichnet; am Schlüsse älterer Druckwerke heißt es häufig genug: הונה _על לדי הבחור הזעטצער. — Die Redewendung in No. 16 (Grabschrift eines erschlagenen Märtyrers) »Gott räche sein Blut« dürfte in demselben Sinne aufzufassen sein, wie sie von Sabbatai Kohen in joreh deah § 364, 11 gebraucht wird: כדי להעלות הימה ולנקום נקם. Die Bezeichnung Gottes mit ה׳שם war nicht immer fester Brauch, denn schon David ha־Levi (Ture Sahab im Anfang des 17. Jahrh.) warnt vor. der Aussprache 'אדושם, deren sich das Volk zu bedienen pflegte (Vgl. Orach Chajjim § 621, 2). Wachsteins gelungene Arbeit wird von Historikern und Archäologen mit Befriedig.ung zur Kenntnis genommen werden. Göding. Ludwig Lazarus. Wittner, Doris. Die Geschichte der kleinen Fliege. Ein Heine- Roman. Grethlein und LÖwy. Leipzig 1915. 473 Seiten. Angesichts der furchtbaren Wirklichkeiten, die unsere Gegenwart aufs tiefste erschüttern, erstirbt der Sinn für spielerische Romantik, für eine Zeit, die sich am allerliebsten mit Träumen und Wünschen beschäftigte. Nur mit Zögern greifen wir heute zu einem Unterhaltungsbuche, das uns in die Jahre des jungen Deutschlands zurückversetzen 1will.. Daß das vorliegende uns nichtsdestoweniger fesselt, ist ein beredtes Zeugnis für die eigenartige Begabung seiner Verfasserin. Sie besitzt das seltene Talent, sich in eine bestimmt abgegrenzte Umgebung י hineinzuleben und hineinzufühlen, und Dinge, die in unserm Gedächtnis meist nur als literarische Noten und Zahlen festliegen, zu einem lebensvollen Kulturbilde zu gestalten. Es fehlt Doris Wittner so leicht kein Farbenton, sie gibt den verbleichenden Schatten der Romantik Fleisch und Blut etwa in der Weise, wie die großen Niederländer Rubens und Franz Hals , den Zeitgenossen, die sie auf der Leinwand darstellten. Sie sagt selbst im Vorwort von sich, daß sie die Dinge und Menschen nicht nach verbürgten Überlieferungen vorführe, sondern so, wie sie hätten sein können. In der Tat empfindet der Leser meist auch ihre innere Wahrheit. Nur an einigen Stellen merkt man doch gar zu sehr

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