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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 237

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1917-01-01
Page
Seite 237 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 287 meisten von den 17 im vorliegenden Heftchen besprochenen Grabsteinen waren in die Grundmauern des Schweizerhofes der Wiener Hofburg eingemauert und wurden erst im Jahre 1904 bei der Renovierung der Hofburgkapelle gehoben. Drei andere wurden schon i. J. 1847 aus Wiener Neustadt nach Wien gebracht, wo sie dann mit allen übrigen auf dem alten Friedhöfe im IX. Bezirke ihre endgültige Ruhestätte gefunden haben. So spiegelt sich in dem eigenartigen Schicksal dieser Grabsteine das beklagenswerte Schicksal Gesamtisraels, Man quälte die Juden während ihres Lebens und setzte ihre Verfolgung auch noch nach ihrem Tode fort. Es war eine oft genug geübte und als erlaubt angesehene Praxis, Leichensteine aus den jüdischen Friedhöfen herauszureißen und sie teils gebrochen, teils behauen in die Fundamente hervorragender Gebäude einzumauern. Jüdische Leichensteine galten eben als herrenloses Gut und zahlreiche Beispiele von Gräberschändung und Zertrümmerung der ehrwürdigen Denkmäler füllen die Annalen der jüdischen Geschichte. (Vgl. Zunz, Zur Geschichte und Literatur S. 395 ff.) Drei Grabsteine der vorliegenden Sammlung (No. 15 —17) stammen aus Wiener-Neustadt und sind schon mehrfach bearbeitet worden, während die 14 andern Epitaphien (No. 1—14) bis jetzt nicht publiziert waren. Ohne sich auf Vorarbeiten stützen zu können, ist es dem Herausgeber auch bei diesen Inschriften dank seiner großen Sachkenntnis fast überall gelungen, die mitunter schon ganz verwitterten Buchstaben zu entziffern und gar manche durch ausgebrochene Zeichen entstandene Lücken mit vorsichtigen Konjekturen auszufüllen. Weder die Personen, deren Grabsteine hier mitgeteilt werden, noch der zumeist dürftige Inhalt der auf Namen und Todesdatum sich beschränkenden Inschriften erwecken ein besonderes Interesse. In sprachlicher Hinsicht verdient der Grabstein 17 wegen der die allgemeine Trauer kennzeichnenden schwungvollen Redewendungen hervorgehoben zu werden. Im Einzelnen wäre noch Folgendes zu bemerken: der Frauenname in No. 1 kann auch מנורה gelautet haben, denn im קונטריס לגיטין des R. Jakob Chagis (S. 69 a der ed. Venedig) findet sich der Frauen־■ name Menorah (ohne Waw). Zu No. 11 ist zu erwähnen, daß המזור auch nach dem 14. Jahrhundert nicht den unverheirateten

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