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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 207

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 207 (sequence 32)
Language
German
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IRI
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Lazarus Bendavid. 207 Anhang IV. Zwei Briefe Salomon Maimons an Lazarus Bendavid über Kants Anthropologie und die Fichtesche Philosophie. 1. Ich befand mich einige Zeit her nicht recht wohl, und dies war die Ursache, daß ich Ihren Brief nicht, wie ich sonst zu thun pflege, gleich habe beantworten können. Ihre Qeschmackslehre habe ich erhalten. Sie gefällt mir im ganzen recht gut, obschon ich in manchen Stücken vielleicht von Ihnen abweichen möchte. Die Behandlung ist gründlich und der Vortrag recht faßlich. Ihren Bemerkungen über die Einbildungskraft stimme ich völlig bei. Wie weit Sie Kants Kritik der Urteilskraft benutzt haben, kann ich, da ich dieses Werk nicht zur Hand habe, nicht bestimmen. So viel bin ich doch überzeugt, daß Sie es benutzt und gut benutzt haben. Was Fichtens neue Lehre betritt, so stimme ich hierinn mit Kants Erklärung hierüber völlig überein. Der ihm gemachte Vorwurf der leeren Spitzfindigkeit sollte freilich bewiesen werden; wird aber schwerlich bewiesen werden können1). Denn wie könnte dieses geschehen? Etwa dadurch, daß jemand eine bestimmte Erklärung von Spitzfindigkeit aufstellte und zeigte, wie, dieser Erklärung zufolge, die Fichtesche Art zu philosophiren spitzfindig sey, so würde Fichte gewiß nicht säumen, eine, von dieser verschiedene Erklärung aufzusteilen, und spitzfindig zeigen, daß, seiner Erklärung zufolge, seine Art zu philosophiren nicht spitzfindig sey! Spitzfindigkeit betritt directe die Manier des Künstlers, und nur indirecte und auf eine unbestimmte Art, das Kunstwerk selbst, und ein Künstler und Kenner wie Kant kann immer die Manier misbilfigen, ohne allen ferneren Beweis. Spitz־ ]) Kants Briefe usw. (Kants Werke, ed. Rosenkranz, B. n) S. 153.

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