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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 204

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 204 (sequence 29)
Language
German
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IRI
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204- Lazarus Bendavid. beym, vorzüglich polnischen, Juden herrschenden Vorurtheile ent״ gegenarbeiten, dem nähmlich: daß jede Abbildung menschlicher Gestalten, in götzendienstlicher. Hinsicht angefertigt werde, und daher dem Juden verbothen sey zu machen1). Der Knabe, der ein Auge, eine Nase, und dergleichen zeichnet, und dabey von Seiten des Lehrers gar keine andere Absicht sieht, als eine Nase und ein Auge zu zeichnen, legt ein Vorurtheil ab, das zwar nicht an und für sich schädlich ist, aber doch als Vorurtheil bekämpft werden muß. Ohne uns über die Grenzen unseres Auftrages zu versteigen, glauben wir schließlich noch ein Mittel hinzufügen zu müssen, wodurch die willige Aufnahme der Schulen von Seiten der Juden vorbereitet werden könne, und wodurch sie, die Juden, die Landesherrliche Verfügung wegen Einrichtung der Schulen, für das aufnehmen werden, was sie in der That ist, für eine, auf das Beste der Unterthanen zielende, wohlthätige Einrichtung. Noch eher nähmlich als an die wirkliche Einführung der Schulen gedacht wird, müßte eine Königliche Verordnung für alle jüdischen Unterthanen in den Königlichen Landen ergehen, daß sie Familiennahmen annehmen, ihre Handlungsbücher sowohl, als ihren Briefwechsel innerhalb Landes, in deutscher Sprache und mit deutschen Characteren führen sollten2). Der polnische Jude, dieser Sprache unkundig, würde dadurch anfänglich in die Nothwendigkeit gesetzt werden, zur Führung seiner Geschäfte einen Fremden anzunehmen, auf diesen allein sich zu verlassen, und würde sich also glücklich schätzen, in den Schulen ein Mittel gefunden zu haben, wodurch er dereinst von seinem Sohne die nöthige Hülfe zu hoffen hat, und aus der quälenden Lage gegezogen wird, seine ganze Habseligkeit einem Fremden anvertrauen zu müssen. ב') Das halte ich für unrichtig. Die polnischen Juden handele mit Grucifixe, wenn etwas dabey zu verdienen wäre. 2) Auch alle ihre Transacte müßten bei Strafe, der Nullität im deutscher Sprache äbgefaßt seyn.

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