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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Lazarus Bendavid
Date
1917-01-01
Page
Seite 193 (sequence 18)
Language
German
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Lazarus Bendavid. 193 »Versuch einer Rechtslehre« (Berlin 1802). In dieser Schrift wird Kant gar nicht genannt, und doch ist sie in ihrer Anlage wie in ihren Begriffsbestimmungen und in der Dar- Stellung der behandelten Probleme eine, wenn auch mitunter sehr freie Bearbeitung von Kants »Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre«. Weil B. dieser Schrift einen sich nicht wie sonst an die Kantsche Vorlage anschließenden Titel gegeben hat, ist ihre Abhängigkeit von Kant nicht erkannt und sie als eine selbständige Arbeit bezeichnet worden* 1). »Über den Ursprung unserer Erkenntnis. Zwei Preis- Schriften von Lazarus Bendavid und Bloch, Prediger zu Holtorf bei Garkow im Hannoverschen. Herausgegeben von der Königliehen Akademie der Wissenschaften zu Berlin« (Berlin 1802). Beiden Schriften ist am 3. August 1801 von der Königlichen Akademie der Wissenschaften der Preis zuerkannf worden2). Die erste, die den Sondertitel »Phiiotheos oder über den Ursprung unserer Erkenntnis« führt, gehört Bendavid an. Im Gegensatz zu seinem Mitbewerber, der in allen von ihm behandelten Punkten Kant zu widerlegen suchte, bringt Bendavid, ohne Kant zu nennen, die Grundgedanken der Kritik der reinen Vernunft und teilweise auch die der praktischen Vernunft zur Darstellung, allerdings in freierer und selbständigererEntwicklung,als erdies in denVorlesungen über die beiden Kritiken getan hatte. In der Vorrede rechtfertigt er das Verschweigen aller Autoritäten mit folgenden Worten: »Der Verfasser bittet die Königliche Akademie, sich gefallen zu lassen, daß er sich in der Abhandlung stellt, als kenne er kein bisher bestandenes metaphysisches System, und als wären ihm die Namen ihrer Urheber, von Plato bis^ auf Kant und Bardili, keine Stelle zu neuen Sätzen übrig, so blieb es mir doch unbenommen, die Sätze neu zu beweisen, oder sie wenigstens so darzustellert, daß sie von Uneingeweihten leichter einzusehen und der Konstruktion durch algebraische Zeichen fähig werden konnten«. 1J Vgl. Ludwig Geigers Artikel über Bendavid in Deutsche Biographie Bd. 2, S. 319. 2) Selbstbiographie S. 70.

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