Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Wort Pharisäer bei Spinoza
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 16)
- Language
- German
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Das Wort Pharisäer bei Spinoza. 165 . . . Sonsten ist eine hefftige Feindschaft zwischen den Sadduceern und Phariseem . . . Als vorgedachter LJriel Jurista ein Sadduceer dieses Orthes sich auffgehalten, haben die andern Juden, als welche der Phariseischen Secte zugethan sfcyn, ihn eyferig verfolgt« Die christlichen Behörden in Amsterdam, die in den Streit zwischen Uriel da Costa und der jüdischen Gemeinde hineingezogen worden sind, haben sich dabei des Namens Pharisäer bedient, und zwar ohne diffamierende Nebenbedeutung, nur zur Bezeichnung der traditionsgläubigen Juden, und diese mußten wohl oder übel zugestehen, daß der Name Pharisäer ihre Steilung im Kampfe der Glaubensmeinungen ebenso zutreffend wiedergab 1), wie der Name Sadducäer den gegnerischen Standpunkt So hat sicher auch Spinoza, wo er statt Juden Pharisäer sagt, seinen Worten keine giftige Ironie beimischen, keine scharfe Spitze hinzufügen wollen. Pharisäer bei Spinoza bedeutet nichts anderes als Anbänger der jüdisch-religiösen Überlieferung, und nicht in Christliehen Kreisen, sondern unter den spanischen Juden ist dieser eigenartige Gebrauch des Wortes Pharisäer entstanden, der, wie er infolge von tiefgehenden Religionsstreitigkeiten aufgekommen, so auch zugleich mit diesen wieder verschwunden ist. *) Siehe Menassch Ben Israel, De termino vitae (Axnsterd. 1639), S. 19: secta Pharisaeorum, ex qua nos esse lubenter agnoscimus.