Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leöpöld Zunz. 161 haus, wo ich beten könnte, ich ginge wahrlich nicht nach Berlin, — Sie wissen vermuthlich was ich damals antwortete, als man mich als 3. Prediger in Berlin anstellen wollte, von Dr. Kley, von Gans, von Rieß mußte ich Vorwürfe darüber hören, daß ich aus überspannter Delicatesse der Sache mich entzog — und doch — was ich damals fühlte und dachte, ist noch immer feste Ueberzeugung — und nun — gottlob 1 daß ich damals standhaft blieb. Also zum Schluss, es ist spät in der Nacht! Wollen Sie mir, Guter, einen wahren Liebesdienst erzeugen, so schreiben Sie mir bald, wenn auch nur wenige einzelne Zeilen, sehr lieb wäre es mir, wenn Sie sich mit Rieß, mit dem ich noch immer in freundschaftlichem Briefwechsel stehe, in Rück״ sicht meiner verständigen wollten. In jedem Falle schreiben Sie mir nur so viel, dass ich daraus ersehen kann, daß Sie mir noch immer ergeben sind, so wie ich stets verharre in auf״ richtigster Achtung und Liebe Ihr Freund Mannheimer N. S. Den Dr. Gans bitte ich von mir 2u grüßen. Sobald es mir möglich ist, schreibe ich an ihn. Er würde mich sehr verpflichten, wenn auch er in einigen Zeilen seine Gesinnung ausspräche. Es wundert mich, [ja] macht mich sogar besorgt, daß er bisher ganz geschwiegen hat. — Beim Ueberlesen fällt es mir ein, daß meine Unkunde besonders von dem Personal, das in [das] Drama verwickelt ist, so groß ist, daß ich möglich Verhältniße vorausgesetzt habe, die nicht mehr stattfinden, was mir in Rücksicht Rießens und Gans sehr leid thun sollte. In einer Sache wie dieser, wo besonders dem Entfernten (1הלנו אתה אם לצדנו dunkel sein muß, könnte wohl leicht ein solcher indelicater Verstoß Statt finden. Auch darüber bitte ich, daß Sie mir schreiben mögen, wie die Sachen stehen; und wie Rieß und Gans mit Ihnen daran sind, — Ich kann nicht anders glauben und hoffen als daß diese beiden dem Freunde treu geblieben sind; — und daß selbst Verschiedenheit der Ansichten den Freundschaftsbund nicht gelöset, geschweige denn zerrissen hätte. — J) Josua 5, 13.