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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1917-01-01 · Heft 2 · p. Seite 99

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
61 (1917)
Issue
Heft 2
Article
Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
Date
1917-01-01
Page
Seite 99 (sequence 11)
Language
German
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Per Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz. Brief hat mich erschüttert, und ich mußte mich sammeln, ehe ich zur Antwort schreiten konnte. Ich schmeichelte mich sodann jeden Posttag mit der Hoffnung, von Ihnen die weiteren Mittheilungen (oder allenfalls von Gans etwas Beruhigendes) zu erhalten; — aber es kam nichts, — da schrieb man mir von Hamburg ganz flüchtig in einem Postscripto, daß die Sache zu Ihrem Vortheile entschieden wäre, und daß eine andere Commission gewählt wäre, kurz, man beruhigte mich nicht nur, sondern brachte mich auf den Gedanken, daß auch hier der liebe Gott den Kampf zum Vortheil der Sache gelenkt habe, und daß im Streite zuwege gefördert sei, was im Frieden nicht zu erlangen war. — Eben war ich nun im Begriffe, Ihnen meine Freude über diesen Ausgang mifczutheilen, da erhielt ich von Berlin die שמועה רעה; daß Sie resigniert hätten,• ohne jedoch von den Factis und Umständen in Kenntniß gesetzt zu werden. Auf meine Anfrage an Kley*) erhielt ich erst die gebührende Auskunft vor einigen Tagen und will nun auch nicht länger säumen. — Daß für mich sowohl wie für einen jeden, der zum Stande gehört oder für unseren Stand sich interessiert^ dieser Fall höchst traurig und beunruhigend ist, werden Sie mir glauben. Der Gedanke, daß eine Gemeinde von Absetzen und Dispensieren spricht, ohne den Lehrer eines moralischen Vergehens bezüchtigen zu können, ist empörend, — und wird um so betrübender, wenn wir die Folgen bedenken, die für die Sache daraus hervorgehen könnten; wenn nicht Sie, derbeleidigte, und wir, die Prediger, das Gedeihen der Sache und die Verbreitung des Lichtes und der Wahrheit vor Augen hätten. Ich bin in Berlin zu fremd, und von der Sache noch immer nicht unterrichtet genug, um irgend eine Meinung äußern zu dürfen. Daß ich gewünscht hätte, Sie hätten nicht resigniert,, kann ich nicht leugnen, daß ich diesen Schritt sogar für übereilt halte, würde ich sagen, wenn ich nicht wüßte, daß Sie ruhiger und kälter denken und handeln als ich, und obendrein auch nicht so freund- und rathlos sind. Ohne Vorwissen Ihrer Freunde haben Sie den Schritt wohl nicht gethan, und sodann wäre es Uebermuth, wenn ich, der Auswärtige, anders sprechen י) Vgl. Jonas. Lebensskizze von Ed. Kley. Hamburg 1859,8.

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