Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 9)
- Language
- German
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JDer Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz. 97 nicht vertragen. Sie werden also zuvörderst daraus ersehen, daß ich Ihren Vorwurf, den Sie mir einst gemacht, daß ich nichts tun wolle, nicht verdiene. Wenn Sie — nicht Auerbach1), den die Zeit richten wird — mein Kollege wären, hätte mein Tun auch Erfolg gehabt; so aber hat es sich damit geendigt, daß sie mich absetzten, damit irgend ein anderer שפל ihnen fein heuchle, schmeichle, und die lieben Jungen herze und rühre. Doch ich muß diplomatischem Weg einschlagen, Ihnen verständlich zu werden. Seit zwei Jahren predige ich hier und nicht ohne Beifall; seit 1821 Sept. ist fast keine Predigt von mir gehalten worden, worin nicht deutlichere oder dunklere Hinweisungen auf die Verbesserung des Tempels etc. eingemischt wurden. Ich machte die Leute außerdem persönlich auf Mißbräuche aufmerksam, widersetzte mich ihren unverständigen, unbefugterweise unternommenen liturgischen Maßregeln usw. Ich entwarf ihnen Statuten2 3), schlug ihnen [in Gemeinschaft mit Auerbach] Änderung der Gebete vor; nichts half. — Da hielt ich den 17. Aug. eine Predigt über den Verfall des Tempels, welche die Kommission nicht schonte und die Un־ religiösität, die Eitelkeit, den Dünkel, den Geldstolz als die Ursachen des Verfalls darstellte. Darauf hat sich eine Raserei der von mir angeklagten Kommission bemächtigt; sie wiegelten die Menschen [Leute, die nicht im Tempel damals gewesen] auf, schüchterten meine Freunde ein, bearbeiteten die Schwachen und schickten endlich Dienstag, den 20. Aug., Zettel an die Gemeindemitglieder, um in einer Versammlung Sonntag, den 25. Aug., über das Vorgehen des Dr. Zunz gegen Gemeinde und Kommission zu entscheiden. Seitdem betrachte ich, — dem übrigens von allem keine Mitteilung gemacht worden und den sie ohne Prozedur, Klage etc., modo von DHDt ,weil er ihnen die Wahrheit gesagt, absetzen — mich von diesem Bande losgerissen; das Resultat ihrer —-— —s) sei, welches . es wolle. So hat dieser elende Tempel denn bestätigt, was ich gesagt, daß er zerfallen. *) Über ihn vgl. Steinschneider C. B. 4882. Er st 5. Juli 1853 in Berlin. 2) Maybaum a. a. O. S. g. 3) Ein oder zwei Wörter unleserlich.