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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 454

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
Date
1916-01-01
Page
Seite 454 (sequence 2)
Language
German
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454 Joseph Jonas Theormm-Fränkel, Rabbiner in Krakau. die Gemeinde ruiniert, und wollte sich immer an der Gemeinde schadlos halten. Wir Seniores setzten uns darum zu Gericht und haben erkannt, daß es sich nicht gezieme, daß er weiter unter uns wohne: es sei vielmehr recht und billig, daß er dafür bestraft werde und überhaupt nicht mehr zu uns gehöre« 1). So wurde Simon in Acht und Bann gelegt. Sein Kredit wurde, wie wir aus seiner Klage beim Schloßgericht erfahren, gänzlich untergraben und er selber aus dem synagogalen Leben ausgestoßen. Am Neujahrsfeste verweigerte man ihm den Zutritt zur Synagoge.. Selbst seines Lebens war er nicht sicher und mußte unter Christen in Krakau wohnen. All dies genügte dem beleidigten Mendel noch nicht, er ließ das Urteil ins Polnische übertragen und vom Wojewoden Szcz§sny Potocki (Sokal am 24. September 1701} bestätigen2). Als der Wojewode starb und zu befürchten war, daß Simon, der in der Gemeinde einen Anhang hatte, trotz des Bannes wieder in die Judenstadt zurückkommen werde, ließ Mendel dasselbe Urteil vom Krakauer Starosten, Burghauptmann Franz Wielopolski, am 3. August 1703 nochmals bestätigen3), den Simon durch Kahalsdiener in Krakau fangen und über die Weichselbrücke bis in die Gemeindestube am Kasimir schleppen^ Hier wurde er angehalten, das Versprechen abzugeben, nichts gegen Mendel und die Gemeinde vorzunehmen und mit der Gemeinde einen Vertrag zu schließen. Damit er aber sein Wort einhalte, ward er gezwungen, einen Wechsel auf 200 Imperialdukaten in specie und Pfänder für so viel Geld zu hinterlegem Kaum hatte Simon die Kahalsstube verlassen, als er sich sofort: auf das Schloß in Krakau begab und dort einen feurigen Protest gegen Mendel und die ganze Gemeindeverwaltung in die Grodbücher eintragen ließ4). Der Streit begann von neuem und währte vier Jahre. Jeder der beiden Gegner hatte seinen Anhang, und am 11. März 1707 *) Rel. castr. 136, S. 1686. 2) Rel. castr. 130, S. 1635—37. 3) Rel, castr. 130, S. 1633—4. 4) Rel. castr. 130, S. 1689.

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