Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen. 395 mit Zuhilfenahme aller ihm erreichbaren Mss, und Fragmente folgen lassen. Vorangeht eine ausführliche Einleitung, in der die in den Prolegomena behandelten textkritischen Bemerkungen wesentlich ergänzt, die Eigentümlichkeiten der Übersetzung des Jehuda Ibn Tibbon dargestellt und schließlich die islamitischen Quellen des Kitäb al-Hidäja ausführlich behandelt werden. Schon wegen des zuletzt erwähnten Umstandes ist die Herausgabe des arabischen Originals freudig zu begrüßen, da, wie Yahuda sowohl in den Prolegomena, wie in der Vorrede der gegenwärtigen Publikation richtig bemerkt, man erst auf Grund des arabischen Originals ganz einwandsfrei die mehr oder weniger wörtlichen Übereinstimmungen BachJas mit den mohammedanischen Autoren feststellen kann. In dieser Hinsicht müssen wir auch von kulturhistorischem Standpunkt aus die Arbeit des Herausgebers freudig begrüßen, abgesehen davon, daß ein ganz richtiges, lückenloses Verständnis des Werkes doch nur durch den Originaltext ermöglicht wird, mit dessen Hilfe wir einmal zu einer in jeder Hinsicht zuverlässigen und durchaus vollständigen hebräischen Wiedergabe des Buches Bachjas kommen können. Es soll hier nun nicht unsere Aufgabe sein, auf die von Yahuda S. 1—18 mit großer philologischer Akribie und reichen arabischen Sprachkenntnissen behandelten Eigenheiten der verschiedenen handschriftliehen Vorlagen, besonders in diplomatischer Hinsicht, einzugehen; wir wollen uns vielmehr seinen eigentlichen literarischen Darlegungen zuwenden. Was zunächst die Übersetzung Jehuda ibn Tibbons1) betrifft, so versucht der Herausgeber, S. 1g—52, die Übertragungsmethode dieses ראש המעתיקים zu charakterisieren. Seine durch die Entfernung vom eigentlichen arabischen Sprachzentrum unvermeidlichen mißverständlichen Auffassungen mancher Stellen des Originals werden x) Betreffs dieses Familiennamens sei zu den Bemerkungen Yahudas, S. 1, Anm. 1 noch darauf hingewiesen, daß ein in besonderem Maß das Vertrauen Moses b. Maimons genießender Schüler desselben, der wohl auch dessen Neffe war, den Namen אבו אלרצא אבן מיבון führte, eine Schreibung, die uns sonst nicht begegnet (vgl. Munk, Notice sur Joseph b. Jehuda, S. 32—33, Note 3), und daß der bekannte Grammatiker und Lehrer des Isaak ibn Barün, Levi ibn Al-Tabbän (תבאן) hieß, d. h. Strohhändler, also auch mit dem arab. zusammenhängend. Vgl. auch Steinschneider in JQR. XI, S. 621.