Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- 392 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. 1) Rieger, Paul, Zur Jahrhundertfeier des juden-Edikts vom 11. März 1812. Ein Rückblick auf den Kampf der preußischen Juden um die Gleichberechtigung. Berlin, 46 S., 1912,8. 2) Dokumente zur Emanzipation der Juden. Vier Reden von Th. B. Macaulay, Gabriel Riesser, Suter und Freiherrn Georg von Vincke. Halle, Otto Hendel, 122 S., 1912,8. Mehr als zwei Jahre sind es her, seitdem das friedfertigste Volk der Erde in den furchtbaren Kampf um Sein und Nichtsein hineingezogen wurde. Gemeinsam mit unseren andersgläubigen Mitbürgern kämpfen unsere jüdischen Soldaten draußen, bereit Gut und Blut auf dem Altar des Vaterlandes zu opfern. Vor aller Welt legen sie ein glänzendes Zeugnis ab von ihrer beispiellosen Tapferkeit und von' der heißen Liebe zur deutschen Heimat. Sie streiten für ihr Vaterland, sie kämpfen aber auch für ihr Judentum, für ihr heiliges Recht, damit nach des Krieges heißen Tagen endlich * einmal den deutschen Juden die Sonne der Freiheit scheine, endlich einmal die längst auf dem Papiere ausgesprochene Gleichberechtigung zur Wirklichkeit und in die Tat umgesetzt werde. Und in einer solchen Zeit, in der wir deutsche Juden um unser Vaterland kämpfen und ringen, blicken wir zurück auf die Zeit vor 100 Jahren, auf das Jahr 1812. Kämpften doch auch damals preußische Juden mit der Glut ihres Herzens für die Emanzipation, für die Befreiung aus langer Ghettonacht. Was liegt da näher, als sich gerade jetzt in diese längstverflossenen Tage zurückzudenken, aus ihnen Trost und Belehrung zu schöpfen. Ein recht anschauliches Bild von all diesen Kämpfen der preußisehen Juden um die Emanzipation, gibt uns Paul Rieger in der oben angezeigten Schrift, die er aus Anlaß der Säkularfeier im März 1912 auf Veranlassung des Zentral Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und anderer Körperschaften mit Benutzung des von Ismar Freund gesammelten Aktenmaterials geschrieben hat. Fesselnd und recht anregend schildert der Verfasser zunächst die Emanzipationspläne Friedrich Wilhelms II. und geht dann zu den Vorarbeiten zum Edikt vom