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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 5 · p. Seite 377

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 5
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 377 (sequence 9)
Language
German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 377 tind finde dort keine Textquelle angegeben, sondern die Bemerkung »Alles Nötige J. Löw in Lwr. 2, 307 JE 2, 221.« Gemeint ist, daß Löw an jenen Stellen vorschlägt in der Mischna לוגדיקוס zu lesen. Krauß zitiert also die Mischna nicht nach ihrem Text, sondern nach einer Konjektur Löws! Nun ist, wie ich schon an anderer Stelle1) hervorgehoben, Löws Konjektur unzulässig, da sie eine Reihe Mischna- und anderer tannaitischer Texte in verschiedenen Zusammenhängen2) und das ausdrück־ liehe Zeugnis beider Talmude3) gegen sich hat. Gewiß ist Löws Ansicht in archäologischen Fragen maßgebend, aber die alten Tannaiten haben doch ihre wirtschaftlichen Verhältnisse besser gekannt als die hervorragendsten modernen Archäologen. Aber selbst zugegeben, Löws Konjektur sei über jeden Zweifel erhaben, :so ist es absolut unzulässig, alte Texte nach irgend welchen Konjekturen und Korrekturen zu zitieren. Und selbst wenn auch dies gestattet wäre, bleibt noch immer die Angabe, der Talmud erkläre irrtümlich לונדיקוס als lybischen Esel, unrichtig, da der Talmud in der Mischna לובדיקוס liest, was auch die grausamste Philologie nicht anders erklären kann, als durch: Jybisch4). x) Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, XX111, S. 265. 2) Mischna VIII 4, Tosefta V 4, Sabbath V 1, Tosefta IV (V) 1: Sifre Deut. § 231. In letzterer Stelle haben die Ausgaben הדולפקס verderbt aus הלובדקים, wie richtig in Sefer Jereim N. 157, ed. Wilna, N. 388. 3) Babli Sabbath 51b, Jerusch. Kilajim VIII, •2 31c, Sabbath V 1 7 b. In beiden jeruschaimistellen wird zu unserem Text eine andere Lesart angeführt, was eine noch wichtigere Bestätigung der Echtheit unseres Textes ist als bloßes Zitieren. In Jerusch. Sabbath lautet diese Variante לגדקס, was die Stütze der Löwschen Konjektur ist, aber in Kilajim ist die Variante ניברקום oder ניבדקום. Daß ein lyka- -onischer Esel gemeint ist, ist auch aus לגדקס nicht sicher zu entnehmen. 4) Auch vom archäologischen Standpunkt aus spricht nichts gegen den Mischnatext und die talmudische Erklärung. In Lybien hat es Esel gegeben, konnten sie nicht von dort in Palästina eingeführt werden? Bechoroth 5b spricht R. Elieser ben Hyrkanos von lybischen Eseln. Freilich in Mechilta zu Ex. 17,8 und Mechilta, ed. Hoffmann, S. 82 fehlt לובים.

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