Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
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328 Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten. sich zu melden und auf mich zu berufen.« Der Brief Lilienthals1) ist aus St. Petersburg, 25. Februar/5. März und hat folgenden Wortlaut: 16. »Ich richte nun einem Aufträge zufolge, den ich gestern abend vom Herrn Minister erhielt, folgenden Antrag an Sie: sind Sie gesonnen, einen sehr großen theologischen Wirkungskreis, verbunden mit der Direktion einer höheren Schule, einem Gehalt von ca. 13—1400 Tb. und einer Anstellung als Staatsdiener anzunehmen, so sehe ich umgehend Ihrer geehrten Rückäußerung entgegen, um Ihnen bald das gewünschte Resultat mitzuteilen. Ich schreibe in größter Eile und erwartend Ihrer Antwort, verharre ich mit aller Hochachtung ergebenster Dr. Lilienthal.« Wie ernst Zunz die Angelegenheit nahm, geht daraus hervor, daß er am 17. März an Ehrenberg in Wolfenbüttel, am 18. März an Herzfeld in Braunschweig von dem Rufe nach Rußland schrieb, und daß er am 18. März, also an demselben Tage an M, Veit in Berlin folgendes Schreiben richtete: ' 17. »Ich halte es für meine Schuldigkeit, Ihnen anzuzeigen, daß am 8. ds. der Minister Uwarow befohlen hat, mich zu fragen, ob ich geneigt sei, als Staatsdiener eine höhere theologische oder Lehrerstelle in Rußland mit einem Gehalt von 1300 bis 1400 Th. anzunehmen. Ich soll antworten.« Am 21. März schrieb Zunz an die jüdischen Ältesten in Berlin: 18. »Mein Verhältnis zu dem von Euer Wohlgeboren errichteten Schullehrerseminar und zu der hiesigen Gemeinde legt mir die Pflicht auf, Sie zu benachrichtigen, daß der russische Minister Uwarow mir ein Amt in Bezug auf jüdisches Schulwesen von großem Wirkungskreise hat antragen lassen, verbunden mit einem Gehalt von mindestens 1300 Th. und der Anstellung als Staatsdiener. Mit großer Hochachtung« 1J Außerdem befinden sich im Zunz-Archiv zwei Briefe von Lilienthal, Ende 1841, die auf unsere Angelegenheit nicht weiter eingehen, sondern nur Empfehlungen junger Leute enthalten.