Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 5 · p. Seite 326

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 5
Article
Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten
Date
1916-01-01
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2829132-2829873-2829879-2893770--42307-2893789
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

326 Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten. einer Beschäftigung gebeten haben, bei welcher Sie im Interesse Ihrer Studien im Fache der jüdischen Literatur reisen, lehren und schreiben können, ist ohne allerhöchste Berücksichtigung an mich remittiert worden, wovon ich Sie hierdurch bei Rücksendung der Anlagen Ihrer Immediatvorsteüuiig mit dem Eröffnen in Kenntnis setze, daß ich mich zu meinem Bedauern außerstande sehe, Ihrem oben gedachten Gesuche zu willfahren.« VII. Damaskus. In Damaskus war, wie bekannt im Jahre 1840 ein Geistlicher, wahrscheinlich ein Prior des Franziskanerordens, verschwunden. Die Juden waren von der aufgeregten Bevölkerung beschuldigt worden, den Geistlichen ermordet zu haben, blutige Verfolgungen fanden statt, die in der ganzen gebildeten Welt Entsetzen erregten. Zunz schrieb, angeregt durch diesen Vorgang, einen Artikel »Damaskus, ein Wort der Abwehr«, der zuerst in der Leipziger Allgemeinen Zeitung 1840, Nr.. 152, darauf in einem Sonderdruck 1840, dann nochmals 1859 abgedruckt״ wurde und in die Gesammelten Schriften, Band II, 160—170 aufgenommen worden ist. Auch diese Broschüre übersandte Zunz an manche Vornehme; besonders charakteristisch ist ein Brief an Baron James von Rothschild in Paris vom 3. Juni 1840, der folgendermaßen lautet: 15. »Wenn ich mir die Freiheit nehme, Sie mit einem Briefe zu behelligen, so diene mir zur Entschuldigung, daß ich nicht meinethalben komme, sondern eines Allgemeinen wegen. Bei-* folgenden Aufsatz (Damaskus) über das bekannte traurige Ereignis, den ich auf höhere Veranlassung geschrieben, beehre ich mich, Ihnen hiermit zu überreichen. Vielleicht hätten Sie die Güte, es zu veranlassen, daß derselbe der französischen Regierung vorgelegt und in dortige Zeitungen eingerückt werde; leihen Sie meinem Worte Ihren mächtigen Beistand, und die Tröstung der Leidenden wird mein Lohn sein. Möglich, daß hierdurch auch ein Weg gebahnt wird, größere Aufmerksamkeit als bisher der jüdischen Wissenschaft zu schenken, — eine Hoffnung, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.