Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1916-01-01
- Page
- 302 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Joseph Bass. (Fortsetzung) Die Darstellung der Juden bei Emil Ertl. Freiheit, die ich meine. Roman aus der Sturmzeit von Emil Ertl. Lpz. L. Staackmann. 1909. 582 S. Es ist gleichfalls ein Wiener Roman und zwar der ein es ernsthaften Mannes, der uns etwas zu sagen hat Ich führe ihn an, obgleich eigentlich nur zwei Juden, und das in Nebenrollen Vorkommen. Aber da der wichtigere von ihnen in durchaus unparteiischer Weise vorgeführt und der andere benutzt wird, um die Stellung des Verfassers zur Haltung der Juden im Jahre 1848 und zur Emanzipation auszusprechen, so ziehe ich ihn in den Kreis meiner Betrachtungen, soweit es mein Zweck erfordert. In den wohlhabenden Fabrikantenfamilien, den Hauptträgern der Handlung, verkehrt — man denke in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts — Mosch-Eskeles »ein feiner, vornehmer Jude, Großhändler, aber mit einem kommerziellen Gewissen, so zart empfindlich wie eine Magnetnadel, ein Freund Petz Leodolters und des alten Herrn Beywald. . . . Kahlköpfig, mit schwarzen Bartkoteletten und einem überaus feingeschnittenen orientalischen Profil verläugnete er nicht das Gepräge jener erlesenen Judenrasse, von der er mütterlicherseits abstammte und die von Spanien her, ebenso wie nach England und den Niederlanden, ihre Ausläufer auch nach Österreich entsendet hatte.« Mosch-Eskeles ist auch Blumenliebhaber — und -Züchter, mit seiner zart und schonend mitempfindenden Art ein Freund der Jugend, und in den Familien gilt er als eine Art Onkel. Er