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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 4 · p. Seite 278

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 4
Article
Die Bürgschaft als Motiv in der jüdischen Literatur
Date
1916-01-01
Page
Seite 278 (sequence 16)
Language
German
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278 Die Bürgschaft als Motiv in der jüdischen Literatur. fühl der sittlichen Verantwortlichkeit der jüdischen Gesamtheit und jedes einzelnen in ihr1). Als Ergebnis vorstehender Untersuchung kann festgestellt werden: Wiewohl die Bürgschaft als Rechtsbegriff in der mosaischen Gesetzgebung fehlt, hat sie im alten Israel tatsächlich bestanden. In ihrer ursprünglichen Beschaffenheit ist sie eine Folgeerscheinung der religiösen Vorstellungen, sozialen Einrichtungen und kulturellen Zustände, wie solche bei den antiken Völkern und teilweise auch im alten Israel vorherrschten. Von der Verbreitung der Bürgschaft im Judentum zeugt neben anderen auch die Tatsache, daß sie als literarisches Motiv in der Bibel, den Apokryphen und den spätjüdischen Midraschim vielfach zur Verwendung gelangt. In Form und Inhalt zeigen diese Bearbeitungen mannigfache Ähnlichkeit mit den Bürgschaftslegenden in den Literaturen des Orients und Okzidents, so zwar, daß es der Kritik fast unmöglich ist, den eigentlichen Ursprung aufzufinden, und auch hier bewahrheitet sich das Goethe’sche Wort: * Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen. 1J vgl. meinen Aufsatz: Die Solidarität der Juden, Allg. Z. d. Juden!, 1913, VIII.

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