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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 4 · p. Seite 259

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 4
Article
Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten
Date
1916-01-01
Page
Seite 259 (sequence 15)
Language
German
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Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten. 259 Juden und seine Leistungen so verachtungsvoll, so lieblos und echt patrizisch zurückstößt. So wurden aus den Römern die Plebejer, die ersten Christen, so die gedrückten Schweizer und andere fortgestoßen, die sich gegen das mächtige, höhnende Unrecht erhoben. Aber sie siegten dennoch. Und die Sache der Juden geht seit 60 Jahren einen siegreichen Gang, dessen Erfolg sicher ist, wenn ich ihn auch in Deutschland nicht erleben werde. Ich habe in Berlin weder Aufmunterung noch Unterstützung, weder eine Stelle noch eine Aussicht. Jetzt geht die hiesige jüdische Gemeinde damit um, ein Lehrerseminar zu errichten und hat mich zur Übernahme der Direktion aufgefordert. Da schreibt das Schulkollegium, ich solle Zeugnisse einreichen und um die Prüfung nachsuchen, also nach 20jähriger schriftstellerischer Laufbahn, nachdem ich Vorlesungen gehalten, an zwei Orten Prediger gewesen, hier 4 Jahre die Schuldirektion inne gehabt usw. soll ich mich auf die Schülerbank setzen. Das ist aber Gebrauch: Juden ignoriert man. Daß ich Zumutungen dieser Art abweise, ist ebenso klar, als daß eine andere Verfügung ergangen wäre, säßen Sie in jenem Kolleg. Indessen droht auch diese Stelle zu scheitern, wenn eine höhere Behörde nicht vermittelt. Wenn ich hier allerlei erzähle, was Sie langweilt, so bitte ich um Entschuldigung. Ich habe Ihnen mein Herz eröffnet, wie bisweilen in den glücklichen Tagen, als Sie in der Oranienburgerstr. 34 wohnten.« Eine Antwort von de Wette ist nicht bekannt. Über die Regelung der Angelegenheit hat Holzman in seiner »Geschichte der jüd. Lehrerbildungsanstalt in Berlin« Genaueres berichtet, ich habe aus den Akten des Provinzial-Schulkollegiums einzelne Nachträge geliefert, (vergl. Liberales Judentum, 1915 S. 107 ff.) VI. Brief 1840 an den König Friedrich Wilhelm IV. Alexander von Humboldt wurde von Zunz wiederholt wegen wissenschaftlicher Fragen angegangen. Dem großen Forscher widmete Zunz in den Sterbetagen (1864) das schöne Wort: »am 17*

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