Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 9)
- Language
- German
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Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten. 253 für nicht zuständig und verwies Ihn an den Minister. Infolgedessen wandte sich Zunz am 23. Oktober 1S34 an den Minister Altenstein, erhielt am 15. November die vom Minister am 8. ausgefertigte Erlaubnis mit der Verpflichtung, der Polizei den Anfang der Vorlesungen mitzuteilen. Er tat dies am 17. November, und die Vorlesungen fanden unbeanstandet statt. In Beziehung auf diese Vorlesungen ist zu bemerken, daß Zunz darüber seine Freunde Isler, Ehrenberg, auch Fachgenossen, z. B. meinen Vater, mit dem er damals noch in keinem recht freundschaftlichen Verhältnis stand, unterrichtete. Er forderte auch den alten Direktor Bellermann zur Teilnahme auf (12. Dez. 1834), mit den Worten: »Die Gegenwart eines solchen Veteranen der Wissenschaft würde der Versammlung keine geringe Ehre, mir aber eine besondere Aufmunterung sein.« Noch mehr als für diese Vorlesungen über die Psalmen suchte er für die »Über die Bedeutung und Epochen der Jüdischen Literatur« im Jahre 1841 und 42 hochgestellte christliche Gelehrte und Beamte zu interessieren. Er verschickte vom 18—21. Dezember 1841 Einladungen mit Karten (an einzelne siebeil Stück), an den Prof. Vatke, an die Geheimräte Brüggemann, Kortum, Streckfuß, an die Professoren Boeckh, Werder, an die Direktoren Diesterweg und Ribbeck, an Alexander von Humboldt und an den Minister Eichhorn. Auf diese Einladungen gingen einzelne Antworten ein. Die eine davon, die des Ministers Eichhorn sei deshalb erwähnt, weil Z. von ihr in seinem Brief an den König (1843) Gebrauch macht. Der Minister dankt 1842, 24. Januar für die Einladung zu den Vorlesungen, der er leider nicht nachkommen könne und fährt fort: »Ich habe aber mit besonderem Interesse durch mündliche Mitteilungen erfahren, daß Sie sich über jenen Gegenstand in ebenso gründlicher als lebendiger Darstellung aussprechen und wünsche deshalb Ihren Vorträgen eine lebhafte Teilnahme.« Über die Vorlesung selbst schrieb Z. an B. Beer, 8. Mai 42: »Von meinen Vorlesungen werde ich kaum die Kosten heraushaben, und mein Gehalt steht mit dem Einkommen eines Hühnerschächters in würdiger Parallele.« An Wohl will aber schrieb er