Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen und kurze Mitteilungen. 235 in Betracht, und diese von der Wissenschaft noch wenig für jüdische Geschichte benutzte Fundstelle wird so in dankenswerter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus der Geschichte des 15. Jahrhunderts sei vor allem auf die vom Verfasser angeführten Erleichterungen für die Juden während des Konzils hingewiesen, auf ihre Hinzuziehung zur Papstkrönung, und ebenso bemerkenswert ist der Eintrag in das kleine Weißbuch. Eine geschlossene Niederlassung aber fehlte um diese Zeit. Von den Vorgängen des 16. Jahrhunderts beansprucht die Geschichte des hebräischen Buchdrucks in Basel besonderes Interesse, unter diesem wieder der Talmuddruck, zu dessen Entwicklung Nordmann im Anhang den Briefwechsel mit dem Kaiser Rudolf wiedergibt. Der Pflege der hebräischen Sprache wurde überhaupt viel Sorgfalt zu Teil, es genügt hier, auf den Namen Buxtorf hinzuweisen. Für das 17. Jahrhundert werden dann die Judenwanderungen bedeutender, auch ihre Beziehungen zur Münze wären zu erwähnen. Daß sie aber um diese Zeit keineswegs zur Ruhe kamen, darauf deuten die Bannisierungen. 5m nächsten Jahrhundert sind dann vor allem die Interventionen Frankreichs zu Gunsten der Juden bemerkenswert. Einen Ehrennamen in der jüdischen Geschichte hat sich Basel dadurch erworben, daß es im Jahre 1789 zu einer Zufluchtsstätte der Juden wurde. Das zum Ruhm der Stadt verfaßte hebräische Gedicht fügt Nordmann als Beilage sowohl im Urtext als auch in der Über- Setzung hinzu. Eine neue Periode der Basler jüdischen Geschichte setzt mit der Einführung der helvetischen Einheitsverfassung ein. Die Judengesetzgebung der Republik ist auf dem Prinzip der bürgerlichen Gleichberechtigung aufgebaut, und daß dies durchgeführt werden konnte, wurde der französischen Judenemanzipation verdankt. Das 19. Jahrhundert brachte dann die ersten festen Niederlassungen in Basel. Als im Jahre 1803 die neue Mediaiionsverfassung der Schweiz in Kraft trat, kamen wieder rückschrittliche Tendenzen in die Juden- Politik, aber trotzdem gewann die Gemeinde wieder viele neue Mitglieder. Dafür versuchte man ihnen Handelsbeschränkungen aufzuerlegen, und das französische »infame decret» warf auch seine Schatten nach Basel. Eine Erweiterung des israelitischen Gottesdienstes stellt sich als notwendig heraus und über sie wird mit der Basler Regierung verbandet. Auch eine israelitische Privatschule hat damals kurze Zeit