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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 3 · p. 213

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 3
Article
Die Bürgschaft als Motiv in der jüdischen Literatur
Date
1916-01-01
Page
213 (sequence 1)
Language
German
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Die Bürgschaft als Motiv in der jüdischen Literatur. Von Armin Äbeles« Es ist eine, bereits von den ältesten Rechtshistorikern hervor-;gehobene Tatsache, daß die Bürgschaft, die ein wichtiger Behelf im bürgerlichen Rechtsleben ist, in der mosaischen Gesetzgebung als Rechtsbegriff nicht zu finden ist. Daß sie aber tatsächlich sowohl in biblischer wie auch in talmudischer Zeit bestanden und im praktischen Leben vielfach Verwendung gefunden hat, ist von mir an einer anderen Stelle1) zu zeigen versucht worden. Im nachfolgenden soll dieser Tatbestand durch den Nachweis erhärtet werden, daß die Bürgschaft im jüdischen Schrifttum als literarisches Motiv vielfach benützt erscheint. Nicht nur die verschiedenen Termini für »bürgen«, auch der Bürgschaftsinhalt *selbst, d. h. die rechtlichen Verhältnisse, die durch das Bürgen geschaffen werden, erscheinen im jüdischen Schrifttum in manmigfacher literarischer Bearbeitung. Diese letzteren aber sind es, die nicht bloß literarhistorisches, sondern auch rechtsgeschichtliches Interesse deshalb beanspruchen, weil sie in Ermanglung von authentischen Rechtsurkunden die einzige Rechtsquelle sind, aus der ein Urteil über die jeweilige Rechtsgestaltung der Bürgen- Obligation im Judentum geschöpft werden kann. Überblickt man von solchem Gesichtspunkt aus zunächst die Stellen, in welchen die Bürgschaft in den biblischen Schriften außerhalb des Pentateuchs in literarischer Bearbeitung vorkommt, so fällt ein Gegensatz auf: Während sie in den Proverbien und bei Sirach als eine nicht unerhebliche Gefahr geschildert wird, *) Vgl. meine Abhandl. »□כל ישראל ערבי«, in der zu Ehren des Herrn Rektor Schwartz demnächst erscheinenden Festschrift,

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