Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 14)
- Language
- German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 185 palästinensischen und 9 babylonischen Amoräern; 6. Die Probmien Tanchumas; 7. Überblick: Mehr als 200 nichtanonymer Pethichas werden nach ihrer Zugehörigkeit zu einzelnen Teilen der Heiligen Schrift geordnet: 8. Die anonymen Proömien: Besprechung von bald 1200 anonymen Proömien aus der ganzen Midraschliteratur; g. Das Verhältnis des Proömientextes zum Perikopentexte, aus diesem Verhältnis werden zwölf Klassen von Proömien abgeleitet: 1. Inhaltliche Übereinstimmung zwischen Perikopen — und Proömiumtext; 2. und 3. Eine allgemeine Aussage des Proömientextes wird auf die in der Perikope erzählte einzelne Begebenheit oder die in ihr erwähnte einzelne Person bezogen; 4* Übereinstimmung beider Texte inbezug auf den allgemeinen Gedanken; 5. Der Proömientext ist ein Motto für den leitenden Gedanken des Perikopentextes; 6. Allegorische Erklärung des Proömientextes; 7. Beide Texte stehen zu einander im Verhältnis der Analogie; 8. Beide Texte ergänzen sich gegenseitig; 9. Der Zusammenhang zwischen beiden Texten ergibt sich aus dem Inhalt des dem eigentlichen Perikopenvers vorhergehenden Textes; 10. Künstliche Deutung des Proömientextes; 11. Einzelne Ausdrücke des Proömientextes werden gedeutet: 12. Der ganze Proömienvers wird homiletisch gedeutet. Was uns aber Bacher über Ursprung und Wesen des Proömiums sagt, lautet wie folgt: Es hat in tannaitischer und amoräischer Zeit eine eigentümliche Art der Schriftauslegung gegeben, die darin bestand, daß Texte aus den drei Teilen der Bibel aneinandergereiht und inhaltlich in Beziehung gebracht wurden. Diese exegetische Spezialität ist »aus dem Bestreben erwachsen, den Inhalt des Pentateuchs durch Propheten und Hagiographen zu beleuchten, aber auch die Einheitlichkeit der ganzen heiligen Schriftsammlung durch den Nachweis von analogen Stellen in den drei genannten Teilen derselben zu betonen«. Dieser Gedanke gelangt auch dort zum Ausdrucke, wo der Ausleger nicht Texte aus allen drei Teilen der Bibel aneinanderreiht, sondern zur Auslegung einer Pentateuchstelle einen Text der prophetischen oder der hagiographischen Bücher heranzieht und durch diesen