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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 2 · p. Seite 152

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 2
Article
Zweiter Nachtrag zur Geschichte der karäischen Familie Feruz
Date
1916-01-01
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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152 Zweiter Nachtrag zur karäischen Familie Feruz. 5יקהיל שלמה und auch hier werden auf Karäer bezügliche Fragen behandelt. So ob man bei einem Karäer am ersten Festtag, der bei ihnen ein gewöhnlicher Tag ist, frische Milch nehmen und sie für den Abend stehen lassen (fol. 35 b) darf, dann ob man Karäern auf Zinsen leihen darf, und ob ihre Berührung den Wein zum Genuß untauglich macht (fol. 153 b), Fragen, die auch sonst von den Dezisoren behandelt werden1). Aber nun ließ er im Jahre 1866 eine Broschüre, ebenfalls u. d. T. מלאכת שלמה, erscheinen, die ganz gegen die Karäer gerichtet ist. Hier vergleicht er sie mit Tieren und sagt, daß es nicht nur verboten sei, sie im Gesetz zu unterrichten, sondern daß es auch erlaubt sei, sie zu töten. Die Vorsteher der karäischen Gemeinde in Konstantinopel wandten sich darauf, vermittelst der Zeitschrift Journal Israelite (nn. 513—14; Dezember 1866), mit einer Petition an den Oberrabbiner Jakir Geron, daß er Kimchi, diesen unmenschlichen Fanatiker, durch den die guten Verhältnisse zwischen den Rabbaniten und den Karäern getrübt worden sind, entsprechend bestrafe. Diese Petition (datiert 22 Kislev 5667 30. November 1866) ist u. A. unterzeichnet von 55. David Ferouz. Sie hat auch den erhofften Erfolg gehabt. Geron befahl, alle vorhandenen Exemplare zu verbrennen und ״sprach auch Kimchi öffentlich seine Mißbilligung aus2). Daraus erklärt sich vielleicht, daß in der nächsten Schrift Kimchis, die ימי שלמה betitelt ist und Novellen zu Maimonides’ Mischne Tora enthält (Smyrna 1874), von den Karäern nicht mehr die Rede ist. Das Werk wurde u. A. auch von dem Oberrabbiner in Konstantinopel approbiert, der über den Verfasser und seine Schrift voll des Lobes ist. Doch war damals Oberrabiner nicht mehr Jakir Geron, der 1872 demissionierte, sondern sein Nachfolger, der während der Wiedereinführung der Konstitution abgesetzte und unlängst verstorbene Mose Halevy. _ Samuel Poznanski. 1) S. z. B. Responsen des Meir aus Rothenburg, ed. Lemberg, nr. 231; Orchoth Chajim II, 622; Schulchan aruch, Jore Dea, § 159,3 usw. 2) S. Franco, Essai sur THistoire des Israelites de 1’Empire Ottoman (Paris 1897), p. 171—172. In Jew. Enc. VII, 497 wird als Druckjahr 1862 angegeben, weil die Broschüre eben mit dem gleichnamigen halachischen Werk verwechselt wurde. Vgl. auch meine Schrift The Karaite literary Opponents of Saadiah Gaon, p. 101.

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