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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 2 · p. Seite 97

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 2
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 97 (sequence 5)
Language
German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 97 Traktate, zu denen keine variae lectiones vorhanden sind, kann man ein Gefühl der Bangigkeit und Unsicherheit nicht los werden. Man verbringt Stunden und Tage mit dem Versuch und der Anstrengung, einer Schwierigkeit beizukommen, und man muß sich dabei sagen, daß sie vielleicht nur, und dann aber einfach auf Grund einer andern, gut verbürgten Lesart behoben werden kann. Daher wird die Unvollständigkeit des Werkes Rabbinowicz’ als schwerer Schaden für die Talmudforschung empfunden. Diesem Übelstand ist nun durch Stracks Lichtdruckausgabe der Münchener Handschrift, die den Grundstock des Werkes Rabbinowicz’bildet, zum großen Teil abgeholfen. Gewiß kann sie nicht die variae lectiones ersetzen, da die Varianten aus anderen Handschriften und die oft noch wertvolleren aus den Werken der alten Autoren fehlen; im wesentlichen aber ist der Schaden gut gemacht, der empfindlichste Mangel behoben. Für Philologen, denen es auf peinlichste Genauigkeit des Wort- und Buchstabenbestandes ankommt, hat Stracks Ausgabe eben wegen ihrer größeren Genauigkeit sogar einen Vorzug vor den variae lectiones. Durch die fünffache Vergrößerung des Formates der Handschrift und durch Angabe der Druckanfänge der Seiten, die auch im Text kenntlich gemacht sind, ist die Benützung des Werkes bedeutend erleichtert. In der Handschrift fehlen in Peßachim einige Blätter und in Kethubboth und Menachoth je ein größeres Stück. Diese Lücken hat Strack zum Teil dadurch ausgefüllt, daß er in einer separat gedruckten Einleitung die fehlenden Texte aus anderen Hand- Schriften mitteilt. Außer diesen Texten enthält die Einleitung eine Beschreibung der Handschrift und einige Mitteilungen über ihre Schicksale. Strack hat sich durch seine Lichtdruckausgabe der wichtigen und einzigen vollständigen Handschrift des babylonischen Talmuds den Dank aller erworben, die, zu welchen wissenschaftlichen Zwecken auch immer, talmudische Textstudien machen müssen. Gaonäische Texte wurden von Marx, Ch. Kis, Aptowitzer und J. N. Epstein veröffentlicht. Marx hat neue Texte des Monatsschrift, 60. Jahrgang. 7

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