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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 3 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 3
Article
Aus der Zeit vor hundert Jahren
Date
1915-01-01
Page
Seite 139 (sequence 9)
Language
German
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Ans der Zeit von vor hundert Jahren. 139 aber dieses göttliche Geschenk nicht von Übelgesinnten mißbraucht werde, habe seine Weisheit es den Menschen schon frühzeitig eingegeben, ihre gesellschaftlichen Vereine einer Oberherrschaft zu unterwerfen. So sei das Königtum entstanden, das die Untertanen auf die Bahn der Tugend führe, die Gerechtigkeit im Lande handhabe und die Gesamtheit nach weisen Gesetzen regiere. Nichtsdestoweniger geschehe es durch göttliche Zulassung zur Besserung der Menschheit, daß hin und wieder ein Gewalthaber zeitweise sich der Herrschaft bemächtige, und gerade heute sei es angebracht, den Unterschied zwischen! einem rechtmäßigen Thronerben und einem Thronräuber festzustellen. In dreierlei Beziehungen: in ihren Handlungen (S. 4—6), in ihrem Gottvertrauen (S. 6—11) und in ihrem Verhalten gegen die Untertanen. (S. 11—15) gingen die beiden Arten von Regenten auseinander. Zunächst handle der rechtmäßige König nach göttlicher Anleitung (Spr. 21,1) nur zum Wohle des Ganzen, der Usurpator aber fröne nur seinen bösen Begierden. So ging es durch acht Jahre hier bei uns in Glogau. »Hat nicht der Feind viel Geld und Gut, nur um sich zu bereichern, von uns erpreßt? Hat er nicht viele zwecklose Zerstörungen angerichtet?« »Lebendig hätten sie uns verschlungen, wenn der Herr nicht bei uns gewesen wäre, als ein Mensch sich aufmachte wieder uns« (Ps. 124, 2 f.)3 wozu ein Rabbi (Megillah 11a) richtig bemerke »ein Mensch«, und nicht ein König. Nur durch wahre Gottesfurcht seien wir ihnen entgangen . . . »Unsere Seele ist entgangen wie ein Vögel ein des Voglers Schlingen durch des Herren Hilfe, des Schöpfers des Himmels und der Erden« (Ps. 124, 7 f.). Ferner zeichne den angestammten Monarchen vor dem angemaßten die echte Gottesfurcht aus. Nach jedem Siege habe unser frommer König uns angefeuert, dem Herrn der Heerscharen zu danken, weil er durchdrungen sei von dem Bewußtsein, daß nicht das Schwert den Sieg verschaffe, sondern der Arm Gottes die Hilfe gesendet nabe. »Wie aber der Tyrann? Hat er sich nicht selbst den Unbesiegbaren, den Unüberwindlichen genannt? Aber Gottes Macht zeigte sich wider ihn, wie wir bei Jesaias lesen

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