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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 3 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 3
Article
Aus der Zeit vor hundert Jahren
Date
1915-01-01
Page
Seite 135 (sequence 5)
Language
German
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Aus der Zeit von vor hundert Jahren. 135 Charif in Halberstadt und durch seine Mutter1) ein Enkel des nicht minder berühmten Frankfurter Rabbiners R. Jacob Josua, des Verfassers des Werkes Pne Jehoschua gewesen ist und selbst zu den wenigen erleuchteten Theologen jener Tage gehört hat, die nicht unter allen Umständen abgeneigt waren, den Anforderungen der Neuzeit einige Zuständnisse zu machen2). Sein Nachfolger wurde der Dajjan, d. h. »Assessor beim jüdischen Gericht« Lewin Joseph Saalschütz3), der die Amtsbezeichnung eines »interimistischen Vice-Rabbiners« erhielt Denn für die Aufklärer, die um die Wende« des 19. Jahrhunderts die Geschicke der Großgemeinden lenkten, war der Hass gegen das rabbinische Amt ein wesentliches Bestandstück ihrer Gemeinde-Politik. Er kam zum Ausdruck in dem Bemühen, jede Erledigung eines Rabbinats dazu zu benutzen, um das Ansehen des Amtes herabzusetzen und seinen Einfluß zu brechen. Darum wählte man in Breslau 1793 nach dem Tode des Landrabbiners Joseph Jonas Fränckel nur noch einen »Rosch Besem oder ein Haupt des Hauses der Gerechtigkeit«, wie es in den Akten heißt4), in Berlin 1801 nach dem Tode des Oberiandesrabbiners Hirschei Lewin5), nur noch '־) Sie st. in Rawitsch am 7. Juni 1795. Ihre Grabschrift ist in meinem Jahrbuch für 1897, S. 28 u. von neuem bei Cohn a. a. O. S. 108 abgedruckt. 2) Er st. in Rawitsch am 25. August 1846 und war drei Mal verheiratet, zuerst mit Schöndel, einer Tochter des R. Salomo Chelm (Vfs. des מרכבת המשנה) st. 12. October 1793, und dann mit zwei Enkelinnen des Berliner Oberiandesrabbiners Hirschei Lewin, nämlich mit Esther (st. 22. September 1820) und Debora (st. 27. November 1843). Seine Grabschrift teilt Cohn a. a. O. S. 110 mit. Über seine Kinder vgl. Land shut a. a. O. u. mein Jahrb. a. a. O. 3) Sein Familienname ist offenbar nichts anders als der Städtename Zalosce (Kr. Zloczow in Galizien), der bei den Juden in den Formen זאלויץ /!אלאויץ und ואלשיץ — vgl. z. B. die Approbation des R. Aharon zum ׳ פני אריה זוטאD, d. d. 15. Chechwan 1708 — vorkommt. 4) Vgl. meine Gesch. d. Landrabbinats in Schlesien, S.-A., S. 48. b) Vgl. Landshut a. a. O. S. 69. 10g. Er starb übrigens am 25. (nicht 26. wie irrtümlich bei Zunz, Monatstage, S. 47, angegeben ist) August 1800.

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