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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 3 · p. Seite 103

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 3
Article
Ohne Unterschied von Geburt und Religion
Date
1915-01-01
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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Ohne Unterschied von Geburt und Religion. 103 1914): »Wiederum ist es ein starker Glaube an eine schaffende Tiefe der Wirklichkeit, ist es ein kräftiger Idealismus, der unser Handeln trägt und beseelt; dieser Idealismus reicht weit über die Unterschiede der religiösen Bekenntnisse hinaus und hält uns alle zusammen.« Und in der Frankf. Zeitung vom 1. Januar 1915 sagt er: »Der Krieg hat uns wieder zu uns selber zurückgeführt, er hat gezeigt, daß ein starker Idealismus jenseits aller Unterschiede der Bekenntnisse und der Weltanschauungen das deutsche Volk durchdringt und zu größten Leistungen fähig macht. Diesen gilt es festzuhalten1) und nach den verschiedensten Richtungen auszubauen, ihn in einen Segen und Gewinn für die ganze Menschheit zu gestalten.« (Deutsche Gedanken und Wünsche zur Jahreswende.) Der Reichstagsabgeordnete Kopsch endlich prophezeit für den Frieden: »keine Unterschiede mehr zwischen den Parteien, die sich in der Stunde der Gefahr alle als national bewiesen haben. Kein Unterschied nach Geburt und Glauben!« Es ist die dritte Erhebung in Deutschland, die wir erleben; ein dreifacher Faden reißt nicht so schnell, sagt Koheleth (4,12,) Deshalb wird Wahrheit werden, was der Pfarrer Gottfried Traub in seiner kürzlich erschienenen Schrift »der Krieg und die Seele« so trefflich ausgesprochen hat: »Heute leuchtet die Sonne des Vaterlands über jedem Menschenkind, das vom Morgen bis zum Abend ב) Heinrich Hofimann-Bern vermißt in einer neuesten Besprechung von P. Friedrichs Schrift »Paul de Lagarde und die deutsche Renaissance (Leipzig, Xenien-Verlag 1Q12)« eine Kritik des Verfassers, der Lagardes Bitterkeit in verstärktem Maße besitzt, und in dessen leidenschaftlich empfindender Seele sich Lagardes Gedanken widerspiegeln, an Lagarde und lehnt Friedrichs scharfen Antisemitismus ganz ab. »Wenn die Aufgabe herantreten wird, nach dem Kriege ein neues Deutschland zu bauen, soll der Geist Lagardes unter den Bauenden sein . . . aber nur einige große Grundgedanken und -geiühle Lagardes können übernommen werden, während eine Fülle von einzelnem zum Teil von vornherein schrullenhaft war, zum Teil für die Gegenwart nicht mehr taugt.« (Theologische Literaturzeitung vom 20. März 1915. 40. Jahrgang Nr. 6. Sp. 141.)

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