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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 2 · p. Seite 75

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 2
Article
Eine spasshafte Prozessgeschichte mit ernstem Hintergrund
Date
1915-01-01
Page
Seite 75 (sequence 11)
Language
German
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Eine spaßhafte Prozeßgeschichte mit ernstem Hintergrund. 75 einer wissenschaftlichen Auffassung, und sie ist gleichbedeutend mit einer geschichtlichen Auffassung des Gegen- Standes, keine zureichende Vorstellung haben.« (S. 65. Die Unterstreichung des »Geschichtlichen« ist von mir besorgt, um zu zeigen, was für Jongleurkünste Kittel damit ausübt.) Auf diesen »geschichtlichen« Richterstuhl setzt sich Kittel, nachdem er zuvor des Breiteren seinen Wellhausen (ohne ihn zu nennen) und dessen Lehre von der Volksreligion, von den Propheten und vom Gesetz, woraus sich der % »kasuistische Geist« und die »Anfänge des Talmud« entwickelten und wodurch »in der Praxis leicht das Äußere über das Sittliche tritt« (S. 39), vor«' getragen und bemerkt hat, daß dieses nichtswürdige (so muß man doch folgern. Der Ref.) Gesetz dennoch notwendig war. Denn »nur in die harte Schale der Qesetzesreligion gebettet konnte die edle Frucht der monotheistischen Gotteserkenntnis sich durch die Stürme der Zeiten hindurch auf bessere Tage (soll heißen für die Anfänge des Christentums. Der Ref.) erhalten« (S. 40, also sozusagen ein im Gesetz eingepökelter Monotheismus. Der Ref.). Dabei wird dann Jahwe in einen vorprophetischen und einen prophetischen (resp. einen eingepökelten prophetischen) zerlegt, und das Weitere wissen die Leser. Ich will zu dieser ad majorem Christianismi gloriam präparierten Theorie nur kurz bemerken, im übrigen auf meine Apologetik verweisend, daß die Propheten, »die edle Frucht der monotheistischen Gotteserkenntnis« nicht erfunden, sondern vorgefunden und vertieft haben, daß sie selbst eine Frucht dieser Frucht sind, daß sie aber auch das »Gesetz«, freilich nicht unter diesem erst von Paulus zugespitzten Namen, sondern unter dem der Tora, welches Wort niemals Gesetz, sondern immer nur Lehre heißt, gekannt und heilig gehalten haben, da ja, wenn es sich anders verhielte, die Rabbinen, denen ganz allein wir doch die Erhaltung des gesamten alten Kanons verdanken, und die vielleicht schärfere Bibelkritiker waren, als alle jetzigen zusammengenommen, dies nicht verschwiegen hätten. Womit dieser Punkt für mich erledigt ist. Ich frage aber: was hat dieses ganze Produkt »geschichtlicher Einsicht« Kittels mit dem vorliegenden

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