Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 562 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Josef Bass. (Fortsetzung.) Darstellung der Jaden bei Max Viola. Ungefähr dieselbe Behandlung desselben Stoffes mit denselben Vorzügen und Fehlern wie »Dr. Gutmann« d. h. mit gutem Willen und löblichen Absichten, schwacher Konti- Position, schablonenhaften Charakteren und sehr schlechtem Stil, zeigt desselben Verfassers : MaxViola, SalomonTulpental. Ein moderner Roman. Berlin 1903. Verlag S. Cronbach. 328 S. Wir finden wieder einen emporgekommenen reichen jüdischen Bankier, Salomon Tulpental, der ebenso gemein, schmutzig und niedrig ist, wie seine Frau, seine Tochter und sein Sohn Gaston, der die seltsamsten Mittel ergreift, um von dem ihm gegenüber knickerigen Vater Geld zu erpressen. Wir finden dieselbe Sucht, in die Kreise der Aristokraten zu kommen, die, obwohl selbst lumpig, sie doch als Juden verachten und verabscheuen. Doch hat die eine Tochter Mary schon einen Grafen geheiratet und die andere, Emma, ist mit einem zweiten verlobt, wird aber von ihm, da er wieder reich geworden ist und, nachdem er die ehelichen Rechte vorausgenommen hat, sitzen gelassen. Sie heiratet der schuftige, schlaue, nichtswürdige Buchhalter Tulpentals, Moritz Fischl, der um alle finanziellen Machenschaften des Brotherrn weiß. Ebenso nichtswürdig sind die anderen reichen Juden und Jüdinnen. Schablonenhaft sind auch die guten Juden: der Buchhalter Rosenstein, dessen Sohn Paul, ein idealer, junger Maler,