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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 533

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 533 (sequence 21)
Language
German
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Die jüdischen Realschulen Deutschlands. 533 Schulanstalten der Stadt soll dargelegt werden, eigentlich wird aber damit bloß die Errichtung einer jüdischen Lehranstalt begründet. Dieser Argumentation nach war die konsequente Durchführung des Prinzips der konfessionellen Schulen jüdischerseits deshalb geboten, weil »gewissenhafte jüdische Eltern in den öffentlichen Schulen die Möglichkeit nicht gegeben sahen, ihre Kinder zu gebildeten Menschen, zu nützlichen Staatsbürgern zu erziehen, und sie gleichzeitig bei unentwegter Treue zur Väterreligion zu erhalten.« War doch selbst der Dispens vom sabbatlichen Schreiben an den sächsischen höheren Schulen nur in seitenen Fällen zu erreichen. Also sehen wir auch hier rein konservative Interessen bei der Schulgründung maßgebend, ebenso wie bei den zuletzt behandelten Schulen in Frankfurt und Fürth. Aber frei von allen Separationstendenzen und Antireformmotiven steht hier eine rein-pädagogische Aufgabe im Vordergründe: harmonisch ausgebildete, religiös-sittliche Charaktere zu erziehen. Freilich bedeutete dies in Leipzig gleichzeitig eine Art praktischer Missionsarbeit; da, wo es wenig jüdische Traditionen fortzupflanzen gab, hier mußten neue Traditionen geschaffen und Abgefallene, Gleichgültige dazu erzogen werden. In diesem Programm offenbart sich — meinem Gefühle nach — jener Hildesheimer'sche Geist, den der Leiter der Schule, Rabb. Dr. Carlebach, in Berlin in sich aufgenommen hatte. Dr, Israel Hildesheimer, schon in Ungarn als Verfechter einer gebildeten Orthodoxie verkannt und verfolgt, konnte erst, in seine Heimat zurückgekehrt, sein in Eisenstadt begonnenes Lebenswerk vollenden und durch die Errichtung des Berliner Rabbinerseminars für würdige Leiter des konservativen Judentumes sorgen. Obwohl er in Theorie und Praxis, sogar politisch bezüglich des in Preußen durchgeführten Austrittsgesetzes vollständig mit S. R. Hirsch übereinstimmte, bildete sich zwischen Berlin und Frankfurt doch bald ein gewisser Antagonismus heraus, der bis heute

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