Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2829132-2829859-2829863-2892949--41339-2893084- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
des zwanzigsten Jahrhunderts. 377 Warenhauses in Berlin, um den er sich ohne Friedas Wissen beworben. Sie ist zufrieden, sie hat lange gewußt, daß er der kleinen Stadt entwachsen ist, sie hat ihn für die Groß* stadt erzogen. Er will nun ein neues Geschlecht gründen, das auf dem Boden der Arbeit erwachsen, Kraft und Willen (von ihm, s. o.) u n d Klugheit (von ihr) haben soll. Doch dürften ihm auch die lieben Tränen nicht fehlen. »Wenn ich die zähe Ausdauer deines Stammes hätte und alle seine Vorzüge, ich würde die flimmernde Tränenwelt meines Volkes nicht missen«. Und er fühlt beglückt (wir nicht), daß er ihr Herr sei. Es sind doch nur wieder die alten, großen Worte. Sie aber neigt ihr Haupt, sie weiß, daß sie ihn beherrscht. Das ist das Ende. Aber von der Geschichte der Mischehe nach diesem ersten Jahre, von dem Schlußergebnis, von den Kindern, die ihr etwa entsprießen werden, wissen wir doch nichts. Das jedoch wäre, wie ich glaube, die Hauptsache und erst der Beweis, ob Mischehen zu empfehlen sind. Von der Charakterisierung der Juden und ihrer Richtigkeit noch zu sprechen, erübrigt sich; es sind die stereotypen Juden der meisten modernen deutschen Romane. (Fortsetzung folgt.)