Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 20)
- Language
- German
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- Seesen 2× ep/1048106
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten, 345 denten geäußerten Ansichten1) der Erziehung der Jugend das höchste Interesse widmete und gerade diesen Teil seiner Aufgaben mit dem denkbar größten Ernst und der peinlichsten Gewissenhaftigkeit wahrnahm. Auf die Casseler Schule war es stolz. Sie wurde sehr gut besucht, selbst von Kindern aus den besten Kreisen, und mit Befriedigung konnte das Konsistorium gegenüber dem Minister auf diesen Erfolg hinweisen2). Freilich wurde dieses günstige Urteil nicht allgemein geteilt. Moses Philippson, der dem Konsistorium überhaupt recht unfreundlich gegenüber stand, fand die Schule »nicht sehr musterhaft« und in ihr »bei äußerem Gepränge« Gründlichkeit »und wahre Volksbildung« übersehen8). Wie überaus gewissenhaft das Konsistorium vorging, wie sein Interesse sich bis in die kleinsten Details erstreckte, das zeigt uns in eindringlichster Weise die Korrespondenz mit dem Direktor der Jacobsohnschuie in Seesen, Hofrat Schott4). Gleichzeitig zeigt sie, wie unrichtig und irrig die landläufige Beurteilung Jacobsohns und seiner Kollegen als extremer Eiferer für Reformideen, wie irrig es auch ist, diese Kollegen als allezeit gefügige, willenlose Werkzeuge des Präsidenten hinzustellen5). Am Wochenfeste des Jahres 1811 hatte Schott in seiner Anstalt eine Konfirmationshandlung vorgenommen. Die dabei den Kindern vorgelegten Fragen und in den Mund gelegten Antl) Über Jacobsohns Anschauungen hinsichtlich der Jugendbildung siehe oben S. 88 ff. a) Staatsarchiv Berlin, Eingabe vom 12. März 1810. Rep. 6, IV. B. Nr. 8. *) Phiiippsohn »Skizzen« I, S. 97. *) Über denselben Arnheim >Die Jacobsohn-Scbule zu Seesen am Harz« Salzgitter 1867 S. 18 ff. Siehe auch oben S. 88 ff. und weiter. Den Hofratstitel hatte ihm, der früher Schottländer hieß, Jacobsohn von Hessen-Darmstadt ausgewirkt. (Braunschw. Mag. 1906 S. 101.) ־) So Grätz Bd. XI, 309 ff., der Jacobsohn, wie dies auch Jost tut, offenbar durchaus ungerecht beurteilt.