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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 342

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 342 (sequence 17)
Language
German
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342 Das Königlich Westphätisclie Konsistorium der Israeliten. ums scheint, wie in anderer Hinsicht, auch hier Heinemann gewesen zu sein. Wir besitzen noch eine Anzahl Dankschreiben, aus denen sich ergibt, daß er auch bei der Fürsorge für die Lehrlinge der Dezernent der Behörde offenbar war1). Ein uns noch erhaltener Lehrlingsvertrag ist von Heinemann abgeschlossen* *). Die Lehrzeit sollte drei. Jahre dauern. Der Lehrling hatte Sabbat und Festtage frei und mußte täglich von 11—12 Uhr, außer Freitags, sowie Sonntag von 2—3 Uhr die Schule besuchen®). Das Lehrgeld betrug 25 Taler®). Ob die Lehrlinge ebenfalls in der Erziehungsanstalt versorgt wurden, ist zwar nicht bestimmt fesizustellen, aber wahrscheinlich. Das Schulgeld. Aus dem Nachlasse von Dr. Neumann ist uns eine sehr interessante Schulgeldliste erhalten, die schon insofern ein merkwürdiges Dokument ist, als sie uns wohl die meisten angesehenen Familien des damaligen Cassel aufführt4). Manche dieser Familien sind noch heute hier ansässig. Soviel geht aus der Liste hervor, daß Kinder der besseren Familien die Schule besuchten, wenn auch natürlich viele ihre Kinder in die christlichen Schulen, besonders wohl das Lyzeum, das heutige Friedrichs-Gymnasium, schickten*). *) Akten Gern. Berlin Nr. 28 Brief von Saloman Grünthal mit der Überschrift: »Wohlgebohrner Herr Konsistorialrath« und dem Datum: Bielefeld den 17. Mai 1814. Der Brief ist von Dankbarkeit erfüllt und jedenfalls an Heinemann gerichtet. A. a. O. Nr. 29 Brief von K. Silberschmidt an denselben vom 14. Juny 1814 aus Stadtlengsfeld. A. a. O. Nr. 30 Brief von Schullehrer Wolf Mößler in Stadtlengsfeld an Heinemann vom 4 Juli 1814. Heinemann hat für ihn das Lehrgeld bezahlt, jedenfalls im Auftrag des Konsistoriums. *) Heinemann wohnte damals Martinistraße 212. (Oberste Gasse.) *) Gern. Berlin a. a. O. *) ln der Liste kommen vor z. B. Arnthai, Adler, Gold- Schmidt, Hofa, Hornthal, Katzensteih, Leviseur, Lindenfeld, Mosenthal, Sichel, Philipson, Hornstein, Büding. *) Das läßt sich wohl daraus schließen, daß der General-

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