Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Arbeitsplan der "religionsgeschichtlichen Kommission" in Göttingen
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829859-2829863-2892943--41232-2892983- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
276 Der Arbeitsplan der »religiomsgeschichtlicken Wirkung gebeten worden. Für das Gebiet des Judentums sind W, Bacher, s. A.-Budapest, E. Bischoff-Leipzig, L. Blau-Budapest, G. Hoelsch er-Göttingen, S. Land aue r-Straßburg, F. Perles-Königsberg und H. L. Strack- Berlin befragt worden. Im Einvernehmen mit diesen Gelehrten ist für das Judentum das folgende Programm aufgestellt worden: I. Pseudepigraphische Literatur: Von den bei Kautzsch übersetzten Texten sind die Testamente der 12 Patriarchen und der aethiop. Henoch (beide nach Charles) neu zu bringen; die Ueber- Setzung des slavischen Henoch von Bonwetsch wird in einer vom Autor revidierten Gestalt neu gedruckt; zu erwägen bleibt eine Neuausgabe des 4. Esrabuchs (nach Violet). II. Traditionsliteratur (Talmud und Midrasch): Was die tannaitische Literatur betrifft, so liegt für Neuübersetzung von Mischna und Mechilta innerhalb der »Quellen« ein dringendes Bedürfnis zur Zeit nicht vor. Zu übersetzen wären demnach nur Tosefta (nach ed. Zuckermandel), Sifre (nach ed. Friedmann) und Sifra (nach ed. Weiß). Eine Uebersetzung des jerusalemischen wie des babylonischen Talmuds ist bei dem heutigen Stande der wissenschaftlichen Arbeit noch nicht durchführbar. Zu erwägen bleibt, ob sich nicht für die Zwecke religionsgeschichtlicher Forschung eine Art Realencyklopädie für die beiden Talmude anfertigen ließe, in welche sämtliche Fragen der Theologie wie der Volksreligion einzubeziehen wären. Es dürfte genügen, hier alle wichtigen Zitate wortgetreu zu bringen, wenn nur der Fundort auch aller anderen Steilen angegeben wird. Was die Midraschim betrifft, empfiehlt sich besonders die Herausgabe einer Uebersetzung des Midrasch Hagadol, Schon jetzt übersetzt werden könnten die Aboth de Rabbi Nathan, vielleicht auch die kleinen Traktate, ferner Pesikta rabbathi, Seder Eliahu Rabba und SederEliahu Zuta, vielleicht auch der Midrasch Tanchuma; die ebenfalls religionsgeschichtlich wichtigen Pirke de Rabbi Eliezer müßten kritisch herausgegeben und übersetzt werden. Von einer Uebersetzung derTargume soll abgesehen werden. Erwünscht ist dagegen eine Neuausgabe der Targnmim zu den Hagiographen. An die wichtige halachische Responsenliteratur, an des Maimonides Mischneh Thorah und an Aifasi, evtl, auch den Schulchan arücli kann vorerst wohl nicht gedacht werden. III. Liturgisches: Die samaritanische Liturgie (ed. Cowle}') ist zu übersetzen; die alten jüdischen Gebete sind in ihrer ältesten erreichbaren Form mit beigefügter Uebersetzung herauszugeben. Auch