Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die pseudoaristotelische Politik
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 18)
- Language
- German
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274 Die pseudaristotelische Politik. und die eine wirkliche Entlehnung aus unserem Buche enthält. Wenn im Nathan der Derwisch im Hinblick auf die Freigebigkeit Saladins sagt: Es taugt nun freilich nichts,, wenn Fürsten Geier unter Aesern sind, doch sind sie Aeser unter Geiern, taugt’s noch zehnmal weniger, so denkt wohl niemand daran, daß Lessing hier nur einen Ausspruch benutzt, der in unserem Buche im Namen des Aescuiap mitgeteilt wird und auch in Kalila wa-Dimna sich findet. Auf die Frage, wie Lessing auf unser Buch geriet, ist die Antwort leicht. Die von uns genannte poetische Bearbeitung unseres Buches, wie die Könige handeln sollen, ist eine Handschrift der Wolfenbütteler Bibliothek, an der Lessing Bibliothekar war1). 1j Nachträglich finde ich in der Ausgabe von Guhrauer, Lessing selbst hätte am Rande bemerkt, es sei ein von den Orientalen dem Aristoteles zugeschriebener Ausspruch. Weiter heißt es, Lessing hätte den Ausspruch aus Olearus’ »Persisches Rosenthal« entlehnt. Ob das die Meinung des Herausgebers ist, oder ob es von Lessing selbst am Rande bemerkt wird, habe ich aus den Worten nicht entnehmen können. Jedenfalls geht der Ausspruch auf unser Buch zurück.