Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
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242 Besprechung. folgt ein Namens- und Sachregister. Die Literaturangaben sind, in« haltlich geordnet, in den Fußnoten untergebracht. Die Übersichtlichkeit des Ganzen ist anerkennenswert. Jedes überflüssige Wort ist vermieden. Wo es der Stoff im Interesse der Übersichtlichkeit ratsam erscheinen läßt (z. B. in dem Kapitel Münzen) bechränkt sich Th. auf die nackte Aufzählung der Funde. Andere Kapitel (z. B. Wasseranlagen, kleine Kunst, Töpferei) sind trotz des enggedrängten Materials und der vielen Literaturangaben interessant, übersichtlich und flüssig geschrieben. Da sich Thomsen mit Recht darauf beschränkt, ein zusammenfassendes Referat zu geben und sich fast durchweg eines eigenen Urteils enthält, so braucht auf den Inhalt nicht eingegangen zu werden. Mit Ausnahme des einleitenden Kapitels »Die Rassen in Palästina«. Hier ist zu beanstanden, daß Th. mit einigen anthropologischen Begriffen, die sich gerade in jüngster Zeit als höchst unsicher und bedenklich erwiesen haben, wie mit vollendeten Tatsachen operiert. Welches sind die physischen Merkmale der »semitischen Rasse«? Luschan beschreibt sie in Anlehnung an den Typus der Wüstenbeduinen, von denen wir aber durchaus nicht bestimmt wissen, ob sie die wahren, unvermieteten Repräsentanten dieser Rasse sind. Thomsen aber notiert bei den in Gezer aufgefundenen Knochenresten, daß sie »deutliche Kennzeichen der semitischen Rasse aufweisen.« Ferner: wenn von Indogermanen die Rede ist, die Palästina einst bewohnt haben, so hat man dabei doch nur an Gemeinschaften in linguistischem Sinne zu denken, die gegenüber den Völkern mit semitischer Sprache vielleicht andersrassig waren. Läßt sich der Typus mit so grosser Wahrscheinlichkeit, wie bei dem Volk der Chetiter, feststellen, so kann man ja mit einiger Sicherheit von einer Fremd! assig« keit sprechen. Andere Völker aber, auch wenn ihre Denkmäler und Sprachen sie außerhalb des Kreises der semitisch sprechenden Völker stellen, wird man nicht ohne weheres als fremdrassig bezeichnen können, es sei denn, daß ihre Herkunft aus sehr fernen Ländern wahrscheinlich zu machen ist. Man wird gut daran tun, in einem Kapitel »Die Rassen von Palästina« den Begriff Indogermanen zu vermeiden. — Wenn ferner Thomsen im Anschluß an die Erwähnung einer von Norden eingewanderten indogermanisch-arischen Rasse, die um 2500 von den nachuickenden Semiten verdrängt wurde, die Ver« mutung ausspricht, daß genauere anthropologische Untersuchungen unter den heutigen Bewohnern Westasiens darüber Aufschlüsse bringen könnten, was von den alten Rassen sich bis heute erhalten habe, und hierbei an die Untersuchungen Luschans an Juden erinnert, so können wir uns zwar dem Verfasser bezüglich der Chetiter an-