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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. Seite 239

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 239 (sequence 31)
Language
German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 239 Firma wird liquidiert, Egon entdeckt die Überweisung der Aktien und wenn er auch glauben will, daß Leopold getäuscht worden ist, so verliert dieser doch seine Stellung und mit ihr sein Weib, das ihn, was sie schon lange gewünscht, mit dem leichtesten Herzen verläßt. Das Kind, ihr vollkommen gleichgiltig, bleibt ihm. Frau Kästner nimmt beide liebevoll auf, jetzt hat sie ihren Sohn wieder. Während der Katastrophe hält Gschmeidler abermals um Lottis Hand an; er erklärt, daß zwar Mischehen, auf solche Art zustande gekommen, unglücklich verlaufen müßten, daß man aber deshalb Mischehen nicht grundsätzlich verwerfen dürfe. Er will eine Familie gründen, die von christlichen und jüdischen Vorurteilen nichts wisse. Wenn dieses Beispiel Nachahmung fände, würde bald Großes erreicht werden. Neue Menschen von besonderer Tatkraft und Intelligenz würden aus der Verschmelzung der alten Rassen hervorgehen, neue Menschen, die frei wären von Aberglauben, Vorurteilen und Wahnideen. Dafür soll zunächst in zwanglosen Zusammenkünften christlicher und jüdischer Bekannter ein Vereinigungspunkt und eine allmähliche Annäherung geschaffen werden, eine Art Versuchsstation. Diese Versuche werden auch von Gschmeidler nach der Hochzeit unternommen und schlagen natürlich fehl. Ihre Ehe aber ist überaus glücklich und dieser Schluß drückt also sicher die Anschauung des Verfassers über die Mischehe aus. Wie man nun darüber denken mag, es fragt sich, sind mögliche Verhältnisse und nicht nur mögliche, sondern auch wirkliche, lebendige Menschen dargestellt? Ich glaube nach meinen Erfahrungen beides bejahen zu können, mögen auch im Ganzen die Juden besser wegkommen, als die Christen, von denen nur Gschmeidler sympathisch ist.. Jedenfalls zeigt Dessauer die genaueste Kenntnis der jüdisehen Seele und des Verhaltens der Juden unter einander und zu den Christen, wie das Vorangehende wohl gezeigt hat. Stellt er uns die guten Eigenschaften der Juden dar,

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