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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 2 · p. 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 2
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
209 (sequence 1)
Language
German
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Die Darstellung der luden im deutschen Boman des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Josef Bass. (Fortsetzung.) Die Darsiellang der Jaden bei Jakob Wassermann. Ebenso zwingend sind etwa folgende Sätze: »Betrachten Sie nur einmal eine Erscheinung wie Richard Wagner. Wie aufgedonnert, wie asketisch (Richard Wagner asketisch, wer lacht da?) wie mönchisch, wie schmerztrunken, wie jüdisch! Daher auch sein rasender Haß gegen das Judentum.« »Und doch! und doch!« •schließt die Tirade, »es ist mir, als müsse gerade aus den Juden einmal ein großer Prophet aufstehen, der Alles wieder zusammenleimt.« Es ist eine Antizipation für Agathon. Und das Ergebnis dieser Erörterungen? Nieberding entgegnet wörtlich: »Es ist sonderbar wie Alles, auch das Bedeutende und Wichtige, gering erscheint, wenn man es mit dem eigentlichen Sinn des Lebens vergleicht.« Und als Bojesen mit Recht, wie auch wir es tun, fragt: »Aber was ist der eigentliche Sinn?« erklärt Nieberding — und das ist offenbar der Weisheit letzter, wenn auch gänzlich unverständlicher Schluß: »Ach, ich meine nur Alles zusammengenommen, gegen das Unendliche betrachtet. Symbol, Symbol, alles nur Symbol.« Was das aber mit der ganzen langen Auseinandersetzung zu tun hat, in der es sich doch um die Juden und ihren Einfluß im Guten und Bösen handelt, verstehe ich, offen gesagt, nicht; der Tief sinn ist so tief, daß ich ihn nicht herauszuholen vermag. Hier sei in parenthesi noch vermerkt, daß Nieberding von seiner eigenen Schwester Cornely sinnlich geliebt wird — der Monatsschrift, 58. Jahrgang. 14

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