Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 22)
- Language
- German
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Das Königlich Wesiphälische Konsistorium der Israeliten. 199 Klugheit Fränkels, das Werk der jugendbildung zu immer höherer Blüte zu bringen. Durch die Berufung ihres Direktors als Konsistorialrats nach Cassel im Jahre 1808 litt die Anstalt vorübergehend stark1 2 * * * * *), zumal Fränkel erst nach der Auflösung des Konsistoriums nach Dessau zurückgekehrt zu sein scheint. Aber sein seltenes organisatorisches Talent und seine mit Energie gepaarte Klugheit, sowie seine außerordentliche Beliebtheit beim Herzog ließen ihn alle Schwierigkeiten glücklich überwinden. Am 5. November 1849 fand gleichzeitig mit dem 50jährigen Amtsjubiläum des Direktors die Umwandlung der Franzschule in eine Staatsanstalt statt. Über Fränkels Tätigkeit im Konsistorium sind wir naturgemäß weit weniger unterrichtet Aus verschiedenen Eingaben an die Herzogliche Regierung können wir aber entnehmen, wie ernst es Fränkel mit der ihm in Cassel gestellten Aufgabe nahm. Er überlebte die Um- Wandlung der Dessauer Anstalt im Ruhestande noch ungefähr 15 Jahre, nahm den lebhaftesten Anteil an der Emanzipationsfrage, deren Lösung für die Juden Anhalts ihm zum großen Teil zu danken ist8), und starb »alt und lebenssatt« am 18. Mai 1865 zu Dessau. III. Das Schulwesen im Königreich. Das Konsistorium entfaltete in den wenigen Jahren seines Bestehens eine überaus rege Wirksamkeit, die durch *) »Geschichte der Franzschule« S. 17. Philippson »Skizzen« Bd. I, S. 106. 2) Horwitz »Die Emanzipation der Juden in Anhalt-Dessau« S. 9. In der hiesigen Landesbibliothek befindet sich außer einer großen Zahl anderer Seltenheiten aus westphälischer Zeit eine am 31• Oktober 1817 in der Franzschale gehaltene Ansprache Fränkels. —Welches großen Ansehens sich F. weit über die Grenzen seines engeren Vaterlandes hinaus erfreute, bezeugt zum Beispiel ein Schreiben der Königsberger Gemeinde an ihn vom Jahre 1820 mit der Bitte, ihr »ein zweckmäßiges Subjekt zur Stelle eines Religionslehrers« zu empfehlen. (Sechsunddreißigster Bericht über den Religionsunterricht der Syn. gern, zu K. 1. Pr. S. 10).