Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829859-2829862-2892801--41144-2892878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
194 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. bruch des Konsistoriums, bei dem H. als eine Art Liquidator eine große, aber für ihn selbst recht unerquickliche Rolle spielte, wandte er sich wie sein Gönner Jacobsohn nach Berlin. Hier sehen wir den viel geschäftigen Mann als Pädagogen, Schriftsteller und Herausgeber von Zeit- Schriften unablässig sich mühen, ohne daß ihm ein rechter Erfolg beschieden gewesen wäre1). Zu dem auch als Kenner des Hebräischen rühmlichst bekannten Direktor des Berliner Gymnasiums zum grauen Kloster J. J. Bellermann trat er in nähere Beziehungen. Dieser, der die Spezialaufsicht über das israelitische Schulwesen der Stadt führte2), sowie die Behörden überhaupt, selbst der Minister, dem Heinemann »vorteilhaft bekannt geworden« war8), brachten dem strebsamen Gelehrten größtes Wohlwollen entgegen. Weniger war das in weiten Kreisen des Berliner jüdischen Publikums der Fall. Die von ihm heraus־ bachs kontraktlich übernommenen Amtspflichten gehörte auch die Ausarbeitung von zum Schulgebrauch verwendbaren Gesängen und Gebeten, die ihm von H. übertragen werden sollte. Von R. meist verfaßt sind die von H. herausgegebenen שיירי תהלות vom Verein Schochare tob. 22 Gesänge Berlin 1816; siehe auch Jedidja 1817 Bd. I 57 ff. und Allgemeine deutsche Biogr. XI, 366. Siehe Seite 191 Anm. 1, wo ein Gedicht Kalkars erwähnt ist. R. selbst in einer Anmerkung seines Kalenders (unten) bezeichnet die Rödelheimer wie die Berliner unter H.’s Namen erschienene Sammlung als sein geistiges Eigentum und als einen Teil seines ungedruckten Werkes »Kol Rinnah we-Thodah«. Die Ausg. von 1810 dagegen, die mir nicht zu Gesicht gekommen ist, nennt R. in diesem Zusammenhänge nicht, ebensowenig die Casseler Ausgabe deutscher Gesänge von 1816. Heinemann hat offenbar 1810 eine deutsche und eine hebr. Ausgabe von Gesängen veranstaltet (vergl. Vorrede zu den »Rel. Gesänge«, Cassel 1816 und Buchhändleranzeige am Schluß.). An beiden, ebensowie an der Casseler deutschen Ausgabe von 1816 scheint R. keinen Anteil zu haben. *) Siebe die Aufzählung seiner zahlreichen Schriften bei Fürst »Bibliotheea Judaica« I, 373 ff. s) Holzman »Geschichte der jüdischen Lehrer-Bildungsanstalt zu Berlin« S. 3 ff. 8) Ministerialreskript vom 11. Mai 1825 Holzman a. a. O. S. 17.