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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 6 · p. 641

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 6
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1913-01-01
Page
641 (sequence 1)
Language
German
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Sie Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Josef Bass. »Wir Juden bedürfen einer großen Selbsterkenntnis und vieler Bescheidenheit, um uns vor Selbstüberhebung zu schützen. Es wird uns so oft gesagt, daß wir der Gegenwart Stempel und Charakter aufgedrückt, daß wir also einen so unermeßlich bedeutenden Eindruck ausgeübt, daß wir, kaum aus den Ghetti entlassen, auf die höchstzivilisierien Länder umgestaltend gewirkt hätten, daß wir es zuletzt selbst glauben müssen. Öffnen wir jedoch irgend ein Buch, lesen wir in irgend einer Zeitung, machen wir irgend einen geselligen Anspruch: so gewahren wir soviel Schmähung, Hohn und Zurücksetzung, daß wir uns sagen müssen: Mit unserem Einfluß, unserer Geltung oder, wie einige sogar sagen, mit unserer Herrschaft muß es doch noch nicht so weit her sein. . . Wenn in 25 Jahren z. B. in Deutschland eine halbe Million einer »fremden Rasse«, die »instinktmäßig zurückgestoßen und verachtet« wird, vierzig (das wurde geschrieben 1877, also jetzt mehr als 60! Millionen Deutscher den »Stempel« wenn auch »teilweise« aufgedrückt haben soll, so muß sie eine wahrhaft gigantische Kraft besitzen und sämtliche Individuen derselben ־eine Influierende Macht ausübem, wie kaum die Priesterkaste im alten Ägypten und Indien!« »Aber seien wir bescheiden — die Sache liegt ganz anders: man will nur die Fehler und Auswöch se unserer Zeit u n s in die Schuhe schieben, während die Vorzüge, die ganze merkwürdige Größe der Gegenwart den Ariern und besönders den »Germanen« Vorbehalten Monatsschrift, 57. Jahrgang. 41

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