Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schuldennot der jüdischen Gemeinde Metz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 608 (sequence 18)
- Language
- German
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608 Die Schnldennot der jüdischen Gemeinde Metz (1791—1854). umgewandelt zu Gunsten des in dem Viertel Neufbourg gelegenen Spitals. Im Jahre 1718 bei der Erneuerung der Freibriefe wurde das Spital St Nicolas mit dieser Steuer bedacht, die auf 200 livres herabgesetzt wurde1). 6. Beitrag f ü r d i e Quartiere der Krieger. Ursprünglich hatten die Juden für Betten der Offiziere jährlich Beiträge zu entrichten, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts 300 Franken nicht überschritten. Durch den Intendanten des Departements wurde diese Steuer auf 500 Franken erhöht, und durch seine Verfügung vom 10. Juli 1725 den Inspektoren der Kavallerie und der Infanterie zugesprochen. 7. Abgabe an die Kirche St. Sägolfen e. Bei der Wiederansiedelung der Juden in Metz im Jahre 1567 wurde ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach ein Teil des ehemaligen Judenviertels, wo sie vor der Ausweisung gewohnt hatten, genannt Juifverue oder Jurue, angewiesen. Als jedoch ihre Bevölkerung zunahm, wurde ihnen ein neues Viertel, gelegeh zwischen dem Rheinport, dem Arsenal und der St. Sägolfenekirche zur Verfügung gestellt. Dieses Viertel, Saint Ferroy genannt, bildete eine besondere Pfarrei. Gegen diese Ansiedelung suchte die Geistlichkeit, deren Einkommen mit der Aufhebung dieser Pfarrei in entsprechender Weise sich vermindern sollte, Protest einzulegen. Die von St. Sägolfene wollten verhindern, daß mehrere ihrer Kollegen von St. Ferroy, die beschäftigungslos geworden, ihnen beigesellt würden. Außerstande mit der Geistlichkeit einen Kampf aufzunehmen, boten die Juden, dem Rate einflußreicher Persöhnlichkeiten folgend, *) Gabriel ״observations . . .“ gibt einen Betrag von 4501. an, den sie an das Spital zu zahlen hatten, obwohl keiner der ihrigen Auf-׳ nähme finden konnte.