Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 513 (sequence 1)
- Language
- German
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Bie nßiiliebräisohe Auf&länmgsüieratai־ in öalizies *) Von Dr. M. Weissberg•. 1. Lemberg als Heimstätte der galiziacbea Haskala. Der bedeutendste Maskilimkreis war wohl der in Lemberg. Die allgemeine Weltlage war seiner Entwicklung günstig. Nicht minder die Lokalträdition. Die altberühmte Lemberger Großgemeinde wies bereits in früheren Jahrhunderten bedeutende Priwatgelehrte und Rabbiner auf, welche tiefe Talmudgelehrsamkeit mit großem profanem Wissen vereinigten. Der Lemberger Privatgelehrte Henoch Hendel ben Schemarja (st. 1616), ein Zeitgenosse Jehoschua Falks, zu jener Zeit als Autorität anerkannt, bearbeitete in wahrhaft staunenswerter Vielseitigkeit: Caros Ritualkodex, die Werke fast aller Religionsphilosophen des Mittelalters, die Moraltheologen, Astronomen, Naturforscher jener Zeit und zog auch Algebra, Geometrie und Kalenderberechnung in den Bereich seiner schriftstellerischen Tätigkeit1). Der um dieselbe Zeit lebende, in jeder Beziehung ausgezeichnete Bruder des Verfassers der Ture- Sahab, Isaak ben Samuel ha-Levi — ebenfalls ein Lernberger Privatgelehrter, dann aber Rabbiner in Chelm und schließlich Vorsteher des Lehrhauses in Posen — ist Verfasser eines Jubelliedes, in welchem er poetische Diktion und Versmaß meisterlich handhabte. Derselbe erwies sich auch in seinen Schriften als ein vorzüglicher Grammatiker und he- *) Von. der philos. Fakultät der Universität Lemberg mit dem Hip. Wawelbergschen Spezialpreis gekrönt. נ) Caro, Geschichte der Jaden in Lemberg. 1394. S. 137. Monatsschrift, 57. Jahrgang. 33