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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 510

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1913-01-01
Page
Seite 510 (sequence 4)
Language
German
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510 Besprechung. liehen Besiegten lötet oder auf Nimmerwiedersehen in ein fernes Land verpflanzt, der zuerst, wie später auch die römischen Staatsmänner, die Gottheiten seiner Völker gelten läßt und den Gott Israels neben Marduk1 2 *) anerkennt. Persische Humanität zieht ein. Eine neue Epoche hebt an. Wie Karl der Große im Mittelalter, ist Kyros ein strenger, unnachsichtiger Hort des Rechts: מצי** משפט (Jes. 42, 1 und 4). Das hat er freilich traditionell von den babylonischen Königen überkommen. Denn man muß es ihnen lassen, Raison hielten sie in ihren Staaten und haben energisch durchgegriffen. Kyros proklamiert: Mugallitim ul uscharschi; aber Nebukadnezar8) hat's schon vorher. Dann schildert Jesajas (42, 9) weiter, wie die fernen Küsten dem Wort des neuen Herrn entgegenbarren, und der Denkstein erzählt sehr schön, wie aus Ehrfurcht vor »Kuräsch, Kämbuzia8) abil« die Könige alle, sogar die fernsten Zelten bewohner, die Nomaden, huldigend nahen, des Großherrn Füße zu küssen, »aus allen Himmelsgegenden vom oberen zum unteren Meer.« Daß Babels Eroberung »schwer« gewesen, gesteht unser Monument, daß sie jählings im glücklichen, kecken Handstreich4 * *) geschehen, meint Jesajas (cap. 47, 11) mit den Worten: פתאם, שאה לא תדעי und Herodot, Klio cap. 189—191, dessen anschauliche und schlichte Beschreibung zugleich das unheimliche Gastmahl Belsazars (Dan. cap. 5) zu bestätigen scheint: »Denn sie feierten gerade ein Fest und waren lustig und guter Dinge.« — Mit Begierde sehen wir dem bereits angekündigten 2. Teil von Sarsowskys Denkmalen entgegen, der die mythologischen Texte enthalten soll. Da die Publikation auf alle Fälle notwendig und brauchbar!st, wird sie sich ja auch ohne Zweifel durchsetzen und damit den Zweck erreichen, den der Autor ihr bestimmt hat. Berlm-Charlottenburg. S. As ebner. 1J Als König von Babel stellt er sich auf unserem Denkmal in Marduks Schutz, der ja kein persischer, nicht sein Gott ist. 2) »Friedensstörer duldete ich nicht.« Vgl. Sarsowsky S. 46 v. 49, Hamurabbi Rs. 24, 39. Auf Hamurabbi und Moses gingen erst neulich vergleichend Delitzschens »Ernste Fragen« ein. Alles in allem ist Moses immerhin humaner, sozialer, fortgeschrittener. Aber er is; ja auch jünger als der Babylonier und baut auf dessen Fundamenten. 8) Sein Vater war Kambyses. 4) Vielleicht nicht ohne Mitwissen einer babylon. Partei, da nach anderer Nachricht den Persern freiwillig geöffnet wurde. Jesaja 47,11 nach Jeremias 51, 8.

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