Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 507 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechung. A. Sarsowsky, Keilinschrifiltehes Urkundenbuch zum Alfen Testament, mit einem Wörter- und Eigennamenverzeiohnis von M. Schon־, [. Teil. Histor. Texte, Leiden, Verlag von E. J. Brill 1911. Keilschrifttexte in Keilschriftlettern, gewichtigste Urkunden bewegten politischen und geschichtlichen Lebens in ihrer eigentümlichen Sprach- und Schriftform dargeboten, das ist, kurz und bündig gesagt, Sarsowskys Leistung, mit der er sich bewußt von Hugo Wincklers transskribierten Texten unterscheiden will. Bei allem unleugbaren Verdienst, das diese sich um die Popularisierung der Dokumente erworben, sie verwischen doch immerhin deren Urbild, befördern dilettantische Bequemlichkeit und halten in kritisch philologischen Fragen so wie so nicht Stich. Transskriptionen gibfs freilich auch anderswo, z. B. indische von Th. Aufrecht, gotische von Wrede usw. Doch, dünkt mich, wird man im Babylonischen hierin neuerdings doch gar zu radikal. Geht doch Bruno Meißners Assyr. Grammatik 1907 so weit, überhaupt keinen Keil mehr zu drucken und das ganze große, so peinvoll schwierige Kapitel der Schrift mit wenigen Andeutungen zu streifen, ohne das jedes ernstere Studium dieser Sprache unfruchtbar bleiben muß. Das also hat Sarsowsky richtig empfunden, und, was wir ihm danken müssen, die Quellen selber unverfälscht wirken lassen. Doch ist er leider mit seiner Sachlichkeii ins andere Extrem gefallen und nüchtern und ernüchternd geworden, anstatt anregend und befeuernd zu wirken. Denn was soll das sonst heißen, daß man sich gegen Erläuterungen trotzig wehrt, die übrigens nichtsdestoweniger hie und da wie schüchterne Veilchen hervorgucken.? So selbstverständlich sind die alten Inschriften denn doch nicht, auch für den Assyriologen nicht. Historiker und Alttestamentler sind vollends darauf angewiesen. Mit ein paar knappen Worten müßte gesagt werden, inwiefern jedes Denkmal Licht auf die Bibel wirft. Einschlägige Bibelstellen wären zu notieren, unentbetuliche gelehrte Literatur zu verzeichnen. Was sich von selbst versteht, nachdem Abei-Winckler 1890 u, a. damit vorangegangen sind: die Texte sind chronologisch geordnet. Bilder fehlen, wie sie musterhaft umsichtig und emsig in den von mir schon früher gewürdigten Altorientalischen Texten und Bildern 1909 zusammengetragen sind, und so auch neuerdings in Hunger-Lamers »Altorientalischer