Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die russische Regierung und die westeuropäischen Juden
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 482 (sequence 1)
- Language
- German
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Die russische Regierung und die westeuropäischen Juden. (Zur Schulreform in Rußland 1840—44). Nach arcbivalischen Materialien. Von Julius Hessen. (Schluß.) IV. Das Ministerium für Volksaufklärung baute hauptsächlich auf die Unterstützung Philippsons und Josts und versprach sich von ihr viel Nutzen. Es wurde beschlossen, Lehrer nur auf Empfehlung dieser beiden Männer aufzunehmen. Und das Ministerium beobachtete es genau, daß der Meinung beider gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Charakteristisch ist in dieser Beziehung folgende Episode. Uwaroff hatte Philippson gegenüber die sofortige Verlautbarmachung der bevorstehenden Reform als verfrüht angezeigt. Als nun aber Jost in den »Israelitischen Annalen« eine Anzeige drucken ließ, in der jüdische Lehrer aufgefordert wurden nach Rußland zu gehen, gab Uwaroff Phiüppson die Vollmacht, eine gleiche Anzeige in der »Allgemeinen Jüdischen Zeitung« publizieren zu lassen. Er befürchtete den Unwillen Philippsons und die Rivalität beider. So wurden auch beide aufgefordert, hohe Stellen an der künftigen Lehranstalt zu bekleiden. »Sie machen nun eine Anfrage an mich, schrieb Philippson an Lilienthal1), ob ich eine Stelle annehmen würde zur Leitung einer höheren Schulanstalt mit einem großem pädagogischen *) Aus dem Briefe Lilienthals an das Ministerium vom 17. März 1841.