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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 459

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Hospitäler im Mittelalter
Date
1913-01-01
Page
Seite 459 (sequence 8)
Language
German
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Jüdische Hospitäler im Mittelalter. 459 Schließlich fahre ich noch an, was mir Herr Dr. A. Rosenbacher aus Prag mitgeteilt hat; nach seinen Briefen hat daselbst am Ende des 16. Jahrhunderts das Mitglied der Prager jüdischen Gemeinde Mordechai Meist aus eigenen Mitteln ein Spital errichtet, welches später von der Gemeinde in ihre Verwaltung übernommen wurde. Auf dem Grabstein des Gründers auf dem alten jüdischen Friedhof, sowie in der Chronik des Rabbi David Gans, eines Zeitgenossen Meisls, welche den Namen Zemach David führe, werde das Spital als Hekdesch bezeichnet. — Wenn das Spital in Regensburg urkundlich schon 1210 erwiesen ist, so werden wohl auch manche der übrigen Spitäler noch wesentlich früher vorhanden gewesen sein, als die zufällig erhaltenen Nachrichten uns angeben. Jene Zeit ist die Entstehung der ältesten Heiliggeisthospitäler; es ist aber müßig, etwa eine Beziehung weiter auszuspinnen, die nur Vermutung bleiben müßte. Noch größeren Spielraum bietet der Phantasie eine Notiz, auf welche Grunwald hinweist; nach Hieronymus, — gestorben 420 :— habe Fabiola bei ihrer Hospitalgründung in Rom nur ein Reis der Tamariska Abrahams — nach rabbinischer Deutung Bezeichnung für ein Hospiz — nach dem Westen verpflanzt1). Suchen wir nun nach irgendwelchen Nachrichten, die den Charakter jener als »Hekdesch« bezeichneter Häuser uns näher erläutern würden, so vermag ich allein bei Stern2) in seinem Verzeichnis der 1489 zu Nürnberg wohnenden Juden die folgenden Angaben zu finden: »Simon, ein Wiener ist im Spital und kain burger. — Selickmann im Selhaus (Anm. v. Stern: Hekdesch). — Samuel ein Knab im Selhaus. — Mair im selhaus. — Anse ein gast, im Selhaus ist er.« — Das in der lateinischen Urkunde gebrauchte Wort *) Übrigens finde ich bei Häser, Geschichte christlicher Krankenpflege. S. 107, worauf Grunwald sich bezieht, die obige Notiz nicht. s) a. a. O.

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