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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 455

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Jüdische Hospitäler im Mittelalter
Date
1913-01-01
Page
Seite 455 (sequence 4)
Language
German
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Jüdische Hospitäler im Mittelalter. 455 hospitale judäorum« finden, so wird dasselbe vor dieser Zeit schon bestanden haben1). In daselbe Jahrhundert fahren vielleicht auch noch einige Notizen im Necrologium I der Synagoge zu Nürnb e r g von 1280—1346; Frau Rizza macht eine Stiftung für das Hospital; unter vielen anderen ähnlichen Stiftungen sagt eine der Frau Jekara bestimmte, »damit man für die Gemeinde ein Hospital baue«. Auch das Necrologium II (1373—1392) enthält sehr zahlreiche Stiftungen für das Hospital, ohne daß man jedoch weiteres als eben diese Bezeichnung des Hauses aus ihnen entnehmen kann, die im Hebräischen »Hekdesch« lautet2). Für C ob lenz entnehme ich aus einem Briefe aus dem kön. Staatsarchiv daselbst3), daß unter dem 18. II. 1356 dort war ein »domus sive hospitium judaicum ... ex opposito exitus castri... versus ecclesiam sancti Florini, que quondam fuit Mosset judei«. Etwas später, nämlich vom 1. VII. 1379 ist eine Urkünde, welche in Wien ein Haus betrifft »prope domum hospitalis (sic!) judeorum«, welcher Ausdruck in einer Urkünde von 1381 wiederkehrt. Am 7. VI. 1424 wird ein Haus verkauft, das »weilent drew heuser gewesen sind, ainer der Judenspital«. Weitere Verkaufsurkunden vom 6. IX. 1430 und 17. X. 1432 handeln von einem Haus, »der weilent der Juden spital gewesen ist«; seine Besitzerin war Anna, Meister Heinrichs des Stollen, »lerer in der arczney« Hausfrau4). Brieflich hat mir J. Schwarz mitgeteilt, daß auch in dem Wiener-Neustädter Judenbuch (1453 ff) »Der Juden- *) J. K e u s s e n, Topographie von Köln im Mittelalter 1,216, b. 3) M. Stern, Die jüdische Bevölkerung der Städte im Mittelalter. 111. Nürnberg. — In einer Zuschrift berichtigt Herr Dr. N. Porges, Leipzig, die obige Stiftüngsfassung dahin, daß die Übersetzung lauten muß: »da man . . . ein Spital gebaut hat,« welcher Wortlaut das Helcdesch sicherer erweise, und zeitlich weiter zurückdatieren lasse. ’) Unterzeichnet :Reimer. *) Ign. Schwarz, Das Wiener Ghetto. 1909. S. 63 fi.

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