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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 390

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 4
Article
Drei neue Bücher über Rahel Lewin [Rezension]
Date
1913-01-01
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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390 Drei neue Bücher über Rahei Lewin. und alle Einzelheiten mit schöpferischer Kraft zu einem viel Licht, aber auch Schatten enthaltenden Bilde vereinigt. Der Kitt, •welcher die einzelnen Stückchen verbindet, ist die große Liebe der Verfasserin zur Heldin ihres Buches. Die anmutige und fesselnde Form der Darstellung muß vom Leser umso mehr geschätzt werden, als es schwierig Ist, Rahei aus ihren eigenen Briefen kennen 2u lernen. Eine vortreffliche Ergänzung zur Literatur über Rahei bildet das Buch1) von Bertha Badt. Die nur mit »Einleitung« Uberschriebene Charakteristik, welche wenige Mitteilungen über Rahels äußeres Leben enthält, ist ein in engen Rahmen geshclossenes Kulturbild ihrer Zeit. Die Wechselbeziehungen zwischen Zeitströmungen und natürlicher Veranlagung werden aufgespürt, und es kommt der Verfasserin offenbar nicht nur darauf an, daß wir Rahei kennen, sondern daß wir sie auch verstehen lernen. Die Charakteristik ist objektiv und läßt dem Leser seine völlige Unbefangenheit der Heldin gegenüber, ob sie uns als Lebens- und Menschenkünstlerin, als Kämpferin für Emanzipationsideen oder Kritikerin vorgefübrt wird. Da Rahei vor allem die »Gabe der Selbstbeschauung« besaß, so sind ihre Briefe und Tagebücher der Spiegel, der ihr Bild scharf und hell widerstrahlt. Den Hauptteil des Buches bildet daher eine Sammlung von Briefen und Zeugnissen, die uns mit dem Schönsten und Besten bekannt machen, was von und an Rahei geschrieben wurde, und wir müssen es dankbar anerkennen, daß dasjenige, was dauernden Wert hat, mit gutem Geschmack aus einer Fülle von Material für uns gewählt wurde. Von den Briefen an und Über Rahei sind Vorzugsweise die aufgenommen worden, welche zeigen, wie tief ihr Freundeskreis von ihr beeinflußt wurde; wie sehr sie die Vertraute, Beraterin und Trösterin aller war, die mit ihr l) Rahei und ibie Zeit. Briefe und Zeugnisse ausgewählt von Bertha Badt. München, Eugen Rentsch, 1912, 215 S., 8.

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