Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 1)
- Language
- German
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376 Besprechungen. Zuckermandel, M. S., Rabbiner. Zur Tosefta und Anderes. Abdruck aus verschiedenen Zeitschriften, verbessert und mit Nachträgen versehen, zugleich als vierter Band des Werkes: Tosefta, Mischna und Boraitha in ihrem Verhältnis zu einander oder etc. Frankfurt a. M. 1912, Kommissionsverlag von J. Kauffmann, VIII und 202 SS., gr.8־. Das vorliegende Werk zerfällt in folgende Teile: A) Besprechungen 1—4 (S. 1—39), B) Populäres 1—3 (S. 40—65), C) Zur Tosefta 1—10 (S. 66—112), D) Exegetisches 1—4 (S. 113—119), E) Historisches 1-3 (S. 120—130), F) Sprachliches 1—3 (S. 131—137), O) Rezensionen 1—7 (S. 138-187״), H) Hebräisches 1—3 (S. 188—191). Den Schluß bilden Zusätze (S. 192—196), eine bibliographische Notiz (S. 192—200) und ein Inhaltsverzeichnis (S. 201—202). Die Besprechungen sind Selbstanzeigen des Verfassers. Die erste derselben (S. 1—19), die in den Göttinger Gelehrten Anzeigen 1881 erschienen ist und ein ausführliches Referat über Zuckeraiandels Tosefta-Ausgabe bietet, ist so belehrend und für den Werdegang des Verfassers so charakteristisch, daß ich es für richtig finde, einen kurzen Auszug daraus hier folgen zu lassen. Zuckermandel geht dort auf die Tosefta näher ein und streift in aller Kürze die äußeren Schicksale dieses Werkes. Es wurde von altersher stets stiefmütterlich behandelt. Erst R. Elia Wilna (1720—1797)1) begann sich der Tosefta wieder anzunehmeii und ihr Studium zu fördern. Allein auch nach ihm wurde sie nur wenig berücksichtigt. Den Grund zur Vernachläßigung gerade der Tosefta findet der Verfasser darin, daß man über ihre Stellung in der falmudischen Literatur nicht richtig unterrichtet war. Man hielt sie für einen Rest der Mischna und nur dann für gültige Halacha, wenn sie mit der Mischna übereinstimmte (so nach R. Samuel ha־Nagid). »R. Chijja verfaßte die Tosefta, um die Worte der Mischna zu erläutern« heißt es bei Maimonides. Deshalb hatte sie keinen autoritativenWert für die Praxis und wurde daher hintangesetzt, In neuerer Zeit stellte Zacharias Frankel das Verhältnis von Mischna und Tosefta so dar: »Die Tosefta ging zuerst von R. Akiba aus, d. h. er legte den Grund zur Tosefta, und nach seiner Anleitung redigierte sie R. Nehemia. Wenn man fragt, warum die Normen der Tosefta nicht sogleich in die Mischna aufgenommeu wurden, so ist die Antwort: Die Mischna sollte in gedrängter Kürze das zusammenfassen, was die Tosefta mehr erläuternd und spezialisierend darstellt. So hat R. Akiba die Mischna von der Erklärung getrennt. Den Auszug der Halacha nahm er in die M. auf und die Erklärung in die Tos .... R. Meir vervollständigte *) »(1720—1740)« ist offenbar ein Druckfehler.